Ein musikalischer Heimatfilm

LaBrassBanda

LaBrassBanda aus Übersee in Bayern sind außergewöhnlich. Sie sind herausragende Musiker, eine intensive Live-Band und dennoch ganz normal. Rockpalast nähert sich diesem Phänomen in einer 45-minütigen Dokumentation.

Die Band LaBrassBanda kommt aus Übersee in Bayern. Das kann man hören und sehen. Auf der Bühne tragen sie Lederhosen. Auf Schuhe und Socken wird verzichtet. Ihre Erfolgsgeschichte ist einzigartig und ungewöhnlich. Ihre Texte sind im Rest der Republik kaum verständlich. Sänger Stefan Dettl singt auf bayrisch. Und doch spüren die Menschen überall, worum es ihnen geht.

LaBrassBanda - ein musikalischer Heimatfilm Rockpalast 27.05.2012 44:45 Min. Verfügbar bis 31.12.2099 WDR

Ihre musikalische Besetzung besteht aus Schlagzeug und Bass sowie Posaune, Trompete und Tuba. Mit dieser nicht alltäglichen Mischung schaffen es LaBrassBanda das Publikum mitzureißen. Ihre euphorischen Konzerte sind ein Erlebnis und bringen Menschen jeden Alters zusammen. Davon konnte sich der Rockpalast bereits mehrfach überzeugen: Auf dem Summer Jam Festival 2010 haben wir die Band das erste Mal aufgezeichnet, beim Reeperbahn Festival in Hamburg gehörten sie zu den Abräumern und beim EuroSonic Festival im niederländischen Groningen waren sich Kritiker und Musikindustrie einig, dass diese Band etwas ganz besonderes ist. Im Sommer 2011 waren wir dann mit unseren Kameras beim Haldern Festival und konnten den fulminanten Auftritt festhalten. Aber wie kommen die studierten Musiker dazu, diese Art von Musik zu machen? Was inspiriert sie und wie leben sie?

Der WDR Rockpalast sucht die Antworten da, wo ihre Lieder entstehen – in ihrer Heimat. Dieser Begriff ist nicht nur eine Ortsbeschreibung, sondern auch hörbar. Die fünf Musiker kommen alle aus Bayern. Außer Andreas „Hans“ Hofmeier, der die Tuba spielt, leben sie auch immer noch in ihrer Heimat. Hans hat eine Professur in Salzburg am Mozarteum angenommen und unterrichtet dort Tubisten. Der Proberaum der Band ist in Übersee im Chiemgau angesiedelt. Von hier aus sind es nur fünf Minuten bis zum Chiemsee. Sänger Stefan „Sepp“ Dettl hat sich in unmittelbarer Nähe auf einem Bauernhof eingemietet. Tradition ist ihm wichtig. Für ihn ist es selbstverständlich, wenn das traditionelle Gaufest in Grassau stattfindet, dass er seine Tracht anzieht und beim Blasorchester mitspielt. Hier ist er bereits als 11jähriger mitmarschiert und hat Trompete gespielt. Aber auch die anderen sind fest in Bayern verwurzelt.


Bassist Olli Wrage konnte acht Jahre lang erleben, wie ihm die Berliner Hauptstadt Luft bekommt. Dort hat er Techno-Musik produziert. Heute lebt er wieder in München. Posaunist Manuel Winbeck bekam als Kind eine Klavierausbildung, da die Arme für die Posaune noch nicht lang genug waren. Später studierte er am Konservatorium in München dann sein Wunschinstrument. Dort lernte er Stefan kennen, der ihn überzeugte, dass es da noch mehr gibt als Orchester und Big Bands. Er lebt, genau wie Schlagzeuger Manuel da Coll in München, der ebenfalls in München sein Instrument studierte.

LaBrassBanda leben gerne in ihrer Heimat, sind aber mittlerweile in der ganzen Welt unterwegs. Mit dem Goethe Institut ging es nach Russland, später im Auftrag der Deutschen Botschaft nach Simbabwe. 2011 ging es dann für die ganze Band zum ersten Mal nach Amerika. Sie spielten in Washington DC, New York und sogar im legendären Whisky a Go Go in Los Angeles. LaBrassBanda sind außergewöhnlich. Sie sind herausragende Musiker, eine intensive Live-Band und dennoch ganz normal.
Der Rockpalast nähert sich diesem Phänomen in einer 45-minütigen Dokumentation.

Autor: Manuel Unger