Mehr Kranke durch Zecken

Mehr Kranke durch Zecken

  • Etwas mehr FSME-Fälle durch Zecken in Deutschland
  • Aber: In den meisten Bundesländern ist die Gefahr gering
  • Was hilft: Impfen und lange Kleidung im Freien

Der Frühling ist da. Und das heißt auch: die Zecken sind wieder aktiv. Zahlen des Robert-Koch-Instituts zeigen jetzt, dass sich in der letzten Saison wieder mehr Menschen mit einer potentiell gefährlichen Zeckenkrankheit angesteckt haben: FSME. Gemeldet wurden rund 500 FSME-Fälle – das ist der zweithöchste Wert, der bisher registriert wurde.

Was ist FSME?

FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Die Krankheit wird durch Viren ausgelöst, die bei einem Zeckenstich übertragen werden können – und kann grippeähnliche Symptome hervorrufen. Bei einigen Patienten entwickelt sich auch eine Gehirnentzündung, die gefährlich werden kann. Die meisten Infizierten (ca. 70-90 Prozent) kommen allerdings glimpflich davon und merken kaum Symptome – oder gar keine.

Wo ist die Ansteckungsgefahr hoch?

Das Risiko, sich mit FSME zu infizieren, ist deutschlandweit sehr unterschiedlich. Die mit Abstand meisten Fälle werden aber in Süddeutschland gemeldet: in Bayern und Baden-Württemberg. In Nordrhein-Westfalen waren es im vergangenen Jahr nur 4 Fälle. Unklar ist, wo sich die Betroffenen das Virus eingefangen haben. Denn die Statistik zeigt nur, wo ein Patient wohnt und nicht, wo er von einer Zecke gebissen wurde. FSME ist erst seit 2001 meldepflichtig – in den vergangenen Jahren haben die Ansteckungszahlen immer wieder relativ stark geschwankt.

Wie kann ich mich schützen?

Am besten mit einer Impfung. Die wird unter anderem Land- und Forstarbeitern in Risikogebieten empfohlen. Aber auch für Wanderurlauber kann eine Impfung gegen FSME sinnvoll sein. Im Zweifelsfall berät ein spezialisierter Arzt oder auch ein Tropeninstitut.

Schild mit der Aufschrift "Bitte nicht ins hohe Gras, erhöhte Zeckengefahr"

Beliebtes Jagdrevier der Zecken: hohes Gras

Die Impfung selbst ist relativ aufwändig. Man muss sich im Abstand von einigen Monaten mehrfach beim Arzt eine Spritze geben lassen. Ansonsten gilt: Beim Wandern möglichst geschlossene Kleidung tragen, damit Zecken wenig Angriffsfläche haben. Und bei ersten Symptomen (Hautrötungen oder Abgeschlagenheit) zum Arzt gehen und auf einen (möglichen) Zeckenstich hinweisen.

Was ist mit anderen Zeckenkrankheiten?

Bekannter als FSME ist wahrscheinlich Borreliose. Dabei handelt es sich nicht um Viren, sondern um Bakterien. Genaue Zahlen zur Häufigkeit gibt es nicht, weil die Krankheit nur in den Risikogebieten meldepflichtig ist. Das RKI geht davon aus, dass nur maximal einer von hundert Infizierten auch erkrankt.

Einen typischen Krankheitsverlauf gibt es nicht. Am häufigsten bekommen Betroffene die sogenannte Wanderröte, eine ringförmige Hautrötung rund um den Zeckenstich. Dazu kommen oft Symptome wie Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen.

Im Extremfall kann Borreliose aber auch ziemlich heftige Symptome auslösen – unter anderem Taubheitsgefühle und Sehstörungen. Auch Jahre nach einem Zeckenstich kann es noch zu Spätfolgen wie Gelenkentzündungen kommen. Ein wichtiger Schutz vor Borreliose ist, den Körper nach einem Tag im Freien gründlich nach Zecken abzusuchen. Wer die Zecke relativ bald nach dem Stich entfernt, hat noch ein sehr geringes Risiko, dass die Erreger in der Blutbahn landen.

Stand: 12.04.2018, 15:57