Warum Trump mit Aussagen zum Klimawandel irrt

Donald Trump (09.01.2018)

Warum Trump mit Aussagen zum Klimawandel irrt

  • Donald Trump sieht sich selbst gern als Umweltschützer.
  • Vereinzelte Kälte-Tage sieht er als Beweis gegen den Klimawandel.
  • Tatsächlich irrt er wissenschaftlich, zeigen konkrete Beispiele.

Mehr als hundert Mal hat US-Präsident Donald Trump in den vergangenen Jahren auf Twitter gegen den Klimawandel und die Erderwärmung gewettert. Einige Tweets wirken auf den ersten Blick überzeugend, bei anderen liegt er schlicht falsch. Drei Beispiele:

Zahl der Eisbären nicht erforscht

Die Größe der Eisbärenpopulationen ist bislang nie genau gemessen worden. Zahlen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts werden von Experten stark bezweifelt. Hinzu kommt, dass einige Populationen mittlerweile nicht mehr gejagt werden und sich demnach wieder erholen und vermehren.

In anderen Ländern wird weiterhin gejagt und gehandelt. Nicht überall scheint es so, dass die Anzahl der Eisbären beeinflusst wird. Wissenschaftler und Umweltschützer argumentieren mit eigenen Zahlen und Interpretationen.

Studien zeigen ein geteiltes Bild

Einige Zählungen zeigen, dass der Bestand sich vermehrt hat, andere Studien zum Beispiel aus Kanada beobachten einen starken Rückgang. Bei den Polkappen ist es hingegen wissenschaftlich unumstritten, dass es beispielsweise 2016 eine Rekordschmelze in der Arktis gab, genauso hat die NASA 2017 die geringste Eisbedeckung in der Antarktis gemessen. Daraus sei übrigens auch eine Gefährdung von Polarbären zurückzuführen.

Wetter ist Widerspruch zum Klimawandel?

In vielen seiner Tweets spricht Trump davon, dass es ein sehr kalter oder rekordverdächtig kalter Jahrestag oder Monat sei. Der US-Präsident sieht darin einen Widerspruch zum Klimawandel.

Zuerst besteht ein relevanter Unterschied zwischen Wetter und Klima. Auch im wärmsten Jahr der Aufzeichnungen kann es den kältesten Dezember geben. Darüber hinaus sagt die Theorie auch aus, dass neben einer global erhöhten Durchschnittstemperatur die extremen Wetter-Ereignisse sich verstärken können. Forscher des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung haben unter anderem einen Zusammenhang zwischen extrem kalten Wintern in Europa und der Erderwärmung hergestellt.

Genauso sieht Donald Trump keinen Zusammenhang zwischen Hurrikanes wie etwa Hurrikane Harvey im vergangenen Jahr und dem Klimawandel. Zwar sind Hurrikanes an sich keine Folge des Klimawandels. Eine vermutliche Häufung und Intensivierung jedoch würde jedoch diesem Zusammenhang entsprechen.

Donald Trump - für Umweltschutz geehrt?

"Ich habe viele Umweltpreise gewonnen. Ich wurde sogar Umweltschützer genannt", hat der US-Präsident Trump wiederholt über sich selbst behauptet.

Solche Zitate gab es in der Präsidentschaftskampagne häufiger. Auch sein eigener Golfclub in Florida soll ihm einige Umweltpreise beschert haben. US-Journalisten und Umweltverbände haben nach diesen Aussagen jedoch keine Belege dafür gefunden.

Ein Jahr Trump - die Sorgen der Wissenschaftler

WDR 5 Leonardo Top Themen | 19.01.2018 | 03:39 Min.

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Stand: 19.01.2018, 13:11