Wie Windräder vor Blitzeinschlägen geschützt sind

Gewitter und Blitze - Windräder auf Feld im Münsterland

Wie Windräder vor Blitzeinschlägen geschützt sind

Von Andreas Sträter

Ob es ein Blitz war oder ein technischer Defekt, der ein Windrad im Münsterland am Wochenende (28.08.2016) abbrennen ließ, ist noch unklar. Immerhin ziehen Windräder durch ihre Höhe Blitze besonders gut an ...

Windkraftanlagen müssen Blitzstrom besonders gut ableiten können. Kleine Metallplättchen auf den Flügelblättern verhindern dabei oft großen Schaden. Je nach Hersteller befinden sich auf den mächtigen Rotorblättern oder an deren Spitzen kleine Rezeptoren aus Metall, erläutert Torsten Wohlert, Leiter der Technik bei der Deutschen Windtechnik in Bremen, dem WDR. Über diese fünf bis sechs Zentimeter großen Metallplättchen wird der Blitzstrom zunächst über den Rotor und anschließend über den Mast in die Erde abgeleitet.

Blitzstrom wird über mehrere Achsen geleitet

"Die meisten Windräder, die in den vergangenen 20 Jahren gebaut wurden, besitzen einen solchen Blitzschutz", sagt Wohlert. Die Blitzableitung bei Windrädern ist dabei viel komplizierter als bei einer Kirche oder einem hohen Haus, weil bei einer Windkraftanlage der Blitzstrom im Rotor zunächst über mehrere sich drehende Achsen geleitet werden muss, bevor er geerdet werden kann.

Blitze suchen sich kurze Wege

Dass ein Windrad von einem Blitz getroffen wird, ist gar nicht unwahrscheinlich. Ein Blitz, der von einer Wolke auf die Erde geht, sucht sich stets den kürzesten Weg – und demnach hoch aufragende Bauten. "Vor allem auf den Feldern im Münsterland sind das die Windkraftanlagen", sagt Wohlert. Die dort installierten Windräder seien in der Regel zwischen 100 und 200 Meter hoch, erklärt der Experte der Deutschen Windtechnik.

Wenn es brennt, besteht große Gefahr

Sollte der Brand im münsterländischen Isselburg durch einen Blitz ausgelöst worden sein, dann muss es sich um einen Blitz mit einer außergewöhnlich starken Entladung gehandelt haben. Fängt ein Windrad aber durch einen direkten Blitzeinschlag Feuer, dann sind die Möglichkeiten für die Einsatzkräfte gering. Durch die extreme Höhe der Windräder befindet sich der Brandherd für die Feuerwehrleute außer Reichweite. Eine weitere Gefahr für die Einsatzkräfte sind herunterfallende Trümmer der brennenden Anlage.

Keine zentrale Störungsstelle

Treten bei den Windkrafträdern Fehler auf, melden sich die Anlagen automatisch bei der Störungsstelle des jeweiligen Herstellers, erläutert Torsten Wohlert. Bei einem Brand oder einer anderen schwerwiegenden Störung werde dann die Feuerwehr oder die Polizei vor Ort verständigt. Eine zentrale, deutschlandweite Störungsstelle, bei der die Meldungen von allen Windkraftanlagen im Land einlaufen, gibt es allerdings nicht.

Stand: 29.08.2016, 16:21