Lust auf Fahrrad-Pendeln, auch im Winter

Lust auf Fahrrad-Pendeln, auch im Winter

Inzwischen ist Mainstream, dass das Fahrrad ein wichtiger Baustein der „Verkehrswende“ ist. Es hat auch im Winter Saison. Und mit ein paar Tricks wird die tägliche Fahrt zur Arbeit zum reinsten Vergnügen.

von Martin Gent

Ein Weg wird idyllisch von einem Holzzaun begrenzt, ein Radfahrer kommt aus dem Nebel auf den Fotografen zu, links Wiese, rechts Pferdekoppel, im Hintergrund die aufgehende Sonne

Fahrrad-Pendeln an einem Herbstmorgen bei Köln

Der "Winterpokal" startet am Montag mit schlecht geölter Kette. Aber eigentlich das Übliche: Gut 20 Kilometer morgens – durchaus flott – mit dem Rad zur Arbeit (#mdrza), dort duschen, umziehen und mit einem Kaffee frisch in den Arbeitstag starten.

Frische Eindrücke, frische Gedanken

Die Morgentour ist jeden Tag anders. Pendlerglück! Die Zeit fantastischer Herbststimmungen, die einfach geknipst werden müssen, ist aber vorbei. Dank Winterzeit ist es heller als letzte Woche. Der Wochenstart am Montag war bewölkt, aber trocken und ziemlich frisch. Mit vier Schichten obenrum und Jogginghose an den Beinen aber völlig okay. Sich warmzufahren ist ein schönes Gefühl und mit der Zeit weiß man, wie viele Schichten es denn sein sollten. Dienstag laufen die Scheibenwischer der Autos im Intervallbetrieb. Aber schlecht ist das Wetter nur beim Blick durch die Windschutzscheibe. Der leichte Nieselregen macht überhaupt nichts, die Klamotten werden ja ohnehin gewechselt.

Motivationsanker für die kalte Jahreszeit

Der Trend geht zum Ganzjahresbiker. Seit dieser Woche sind viele ganz besonders motiviert. Denn der „Winterpokal“ von rennrad-news.de und mtb-news.de läuft wieder. Fünf Leute bilden von November bis Ende März ein Team und notieren online jede Bike- und Sportaktivität im Netz. Eine Viertelstunde auf dem Fahrrad bringt einen Punkt, alternativ kann man auch 20 Minuten laufen, für andere Sportarten gibt es Trostpunkte. Wer die App Strava benutzt, kann das Eintragen automatisieren. Manche nehmen das tierisch ernst und beäugen jede Trainingseinheit eines "Konkurrenten". Man kann es aber auch locker sehen: Für sich Bilanz zu ziehen, motiviert. Genauso wie das Fahren im Team, das man natürlich nicht hängen lassen will.

Termine und Links für Fahrrad-Pendler

Bislang machen rund 400 Teams mit, aber bis zum Meldeschluss am 12. November noch können noch Biker und Teams dazukommen. Die Anmeldung ist kostenlos. Wer mitmacht, hinterlässt trotz Pseudonym Datenspuren. Einmal durch seine Einträge selbst, aber auch durch den Aufruf der Website, die u.a. mit Affiliate-Systemen, Google Analytics und Online Behavioural Advertising (OBA) arbeitet. Zudem wird der Fleiß der Vorjahre vom Anbieter gespeichert. Die Trainingszeitkurven mahnen, auch in dieser Wintersaison wieder alles zu geben.

Umfrage zur Fahrradfreundlichkeit

"Sport wirkt wie eine Allzweckpille, ein Breitband-Medikament," haben wir mal bei Quarks gesagt. Gut, wenn die Bedingungen gut sind, z.B. fürs Alltags-Radeln. Der "Fahrradklima-Test" soll gute Radinfrastruktur belohnen und Städte mit Nachholbedarf anspornen, in Sachen Fahrrad besser zu werden. Doch, wie fahrradfreundlich ist eine Stadt? Bis Ende November läuft unter www.fahrradklima-test.de eine Umfrage. Die Online-Befragung wird mitfinanziert vom Bundesverkehrsministerium und unterstützt von #mdrza und Stadtradeln. Etwa 100.000 Radfahrende haben die rund 30 Fragen schon beantwortet. Gemessen am letzten Ranking von 2016 dürften aber noch einmal ebenso viele Bögen hinzukommen. „Zu gewinnen gibt es eine verbesserte Fahrrad-Infrastruktur!“, schreibt ein ADFC-ler in einem Aufruf zur Umfrage.

Hier schreibt Martin Gent, Redakteur und Reporter in der WDR-Wissenschaftsredaktion. Als Mobilitätsexperte ist er stets auf der Suche nach Perspektiven für den Verkehr von morgen.

Stand: 30.10.2018, 14:16