Ökobilanz von Dämmung ist schwierig zu ermitteln

Kleine Häuschen aus natürliche Dämmmaterialien

Ökobilanz von Dämmung ist schwierig zu ermitteln

  • Dämmstoffe haben unterschiedliche Ökobilanzen
  • Nachwachsende Rohstoffe sind meist umweltfreundlicher
  • Jede Rechnung bedient sich eines Szenarios, daher gibt es keine allgemein gültige Bilanz

Wie viel CO2-gedämmte Häuser einsparen, hängt von der Heizmethode und vom Dämmmaterial  ab. Grob unterteilt gibt es Dämmstoffe aus anorganischem Material (z.B. Mineralwolle, Styropor) sowie organische Dämmstoffe (z.B. Zellulose, Hanf, Holz).

Die meisten organischen Dämmstoffe verbrauchen wenig Energie in der Herstellung und sparen mehr Kohlenstoffdioxid (CO2) ein, als sie verursachen. Doch auch synthetische Dämmplatten wie die Wärmedämmverbundsysteme aus Styropor sollen schon nach kurzer Zeit eine umweltfreundliche CO2-Bilanz erreichen.

Verbrauch bei der Produktion, Einsparung nach Einbau

In weniger als zwei, aber in höchstens fünf Jahren seien die für die Herstellung nötige Energie und Treibhausgase eingespart. Zu diesem Ergebnis kommen diverse Untersuchungen.

Noch besser scheinen nachwachsende Materialien: Im günstigsten Fall ergebe sich nach wenigen Wochen oder Monaten bereits eine umweltfreundliche Bilanz.

Jede Bilanz ist anders

Allerdings rechnen Hersteller, Verbände und Institute immer mit unterschiedlichen Werten und bedienen sich anderer Szenarien. So hängen die Ergebnisse davon ab, welche Gebäudeteile gedämmt werden, mit welchen Energieeinsparungen man rechnet und ob sein gesamter Lebenszyklus berücksichtigt ist.

Styropor als Hausdämmung

Styropor am Haus

"Über ihr ganzes Leben betrachtet, sparen alle Wärmedämmstoffe deutlich mehr Energie, als ihre Herstellung benötigt," urteilt das Umweltbundesamt. Außerdem würden auch andere Umweltwirkungen wie Luftschadstoffe oder Flächennutzung bei der ansonsten nötigen Energiegewinnung zurückgehen.

Unbeachtete Gifte

Doch die oft angegebene Lebenszeit von 50 Jahren halten einige Experten für unrealistisch. Sobald Fassaden renoviert werden müssen, fallen beispielsweise erneute Emissionen beim Putz an.

Zudem sind in vielen Studien Klebstoffe und andere Zusätze nicht berücksichtigt. Giftige Stoffe wie das Flammschutzmittel HBCD (in Styropor) oder Borsäure (Zellulosefasern) können die Gesamtbilanz jedoch trüben oder gar komplett umkehren.

Auch die Entsorgung ist oftmals nicht mit eingerechnet und für einige Materialien gibt es wenige bis keine praktikablen Recyclingkonzepte.

Eine pauschale Bewertung der Ökobilanz ist daher schwer. Die meisten Zahlen zeigen zwar für alle Dämmstoffe, dass sie über eine Lebenszeit von einigen Jahren oder Jahrzehnten deutlich mehr Energie und Treibhausgase einsparen können als ihre Produktion, Vermarktung und Entsorgung verbrauchen. Doch die Rechnung kann für jedes Gebäude anders aussehen.

Stand: 12.12.2017, 21:00