Neuer Satellit soll Daten zu Schadstoffen liefern

Computerbild zeigt den Umweltsatelliten Sentinel-1A in der Erdumlaufbahn

Neuer Satellit soll Daten zu Schadstoffen liefern

Von Andreas Sträter

  • Esa schickt einen weiteren Satelliten ins All
  • "Sentinel 5P" liefert Daten über die Atmosphäre
  • Alle zehn Tage wird die gesamte Welt abgedeckt
  • Daten sind für alle frei verfügbar

Das Jahr 2017 steht bei der europäischen Weltraumagentur Esa im Zeichen der Erdbeobachtung. Am Freitag (13.10.2017) soll "Sentinel 5P" vom Raumflughafen Kosmodrom Plessezk in Nordrussland aus ins All geschossen werden, erläutert Andreas Schepers von der Esa dem WDR.

Der Satellit liefert Daten über die Atmosphäre und kartiert Gase, die Auswirkungen auf unsere Atemluft haben - zum Beispiel Schadstoffe wie Ozon, Stickoxide oder Feinstaub. Auf der Erde werten Wissenschaftler diese Daten aus. Mithilfe der Beobachtung kann dann vor hautschädigender UV-Strahlung oder vor Vulkanasche gewarnt werden.

700 bis 800 Kilometer über unseren Köpfen

Solche Satelliten decken jeden Tag die gesamte Erde ab, erklärt Robert Meisner, Sprecher des Esa-Erdbeobachtungsprogramms im italienischen Frascati. Die anderen Sentinel-Satelliten liefern Daten über unsere Wälder und Meere. Sie fliegen in etwa 700 bis 800 Kilometern Entfernung über unsere Köpfe hinweg, um die Erde von oben zu beobachten.

Daten aus unzugänglichen Ecken

Der bereits im März ins Weltall geschossene Satellit "Sentinel 2B" liefert Daten über unzugängliche Gebiete, etwa zu großen Nadelwäldern, Feuchtgebieten, Wüsten oder riesigen landwirtschaftlich genutzten Flächen. Ziel der Beobachtung aus dem Orbit sei es, Veränderungen auf der Erde zu erkennen, sagt Meisner. "So lassen sich die Bilder zum Beispiel für Erntevorhersagen nutzen", erläutert Meisner.

Landwirte können Dünger und Wasser besser anpassen

"Die Daten können Unterschiede innerhalb großer Felder aufzeigen, sie liefern Anhaltspunkte über den Nährstoffgehalt oder Wassergehalt im Boden." Landwirte könnten auf dieser Grundlage ihre Düngermenge und die Bewässerung gezielter anpassen.

Spezialkameras für Pflanzen

Die Kameras in dem Satelliten sind spezialisiert auf Natur-Aufnahmen, insbesondere von Pflanzen. Einige Licht-Kanäle können das grüne Chlorophyll der Pflanzen besonders gut reflektieren. Das lässt exakte Aussagen über den Vegetationszustand zu.

Satelliten erkennen großflächige Abholzungen

Gerade die Landwirtschaft könnte davon profitieren, dass es bald mehr verfügbare Daten dieser Art geben wird, die schnelle Veränderungen dokumentieren. Weniger schnell vollzieht sich der Wandel in Wäldern. Sollte es aber zum Beispiel in unzugänglichen Waldregionen ein gravierendes Baumsterben oder Abholzungen geben, kann sofort eingegriffen werden.

Zwei weitere Satelliten-Starts in 2017 geplant

  • "Sentinel 3B" liefert Daten über die Bewegungen der Ozeane. Über die Daten lassen sich Aussagen zur Verschmutzung der Meere oder über die Chrolophyllverteilung machen.
  • "Aeolus" wird gegen Ende des Jahres in die Umlaufbahn gebracht und wird als wissenschaftlicher Satellit erstmals Daten über die Verteilung der Winde liefern.

EU-Programm "Copernicus"

Alle "Sentinel"-Satelliten gehören zum EU-Programm "Copernicus". "In dem Moment, in dem wir die Satelliten abschießen, gehören sie der Europäischen Kommission", sagt Meisner und ergänzt: "Formal gehören auch die Daten der EU, sie sind aber für alle frei verfügbar."

Stand: 13.10.2017, 06:00