Die Mobilitäts-Kolumne: Kleiner ist feiner

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Die Mobilitäts-Kolumne: Kleiner ist feiner

Von Martin Gent

Einfach ist in, Sparkassen und Lebensmittel-Discounter wollen einfach sein. Aldi wünschte sogar "Frohe Einfachten!". Davon können Autokäufer nur träumen.

Stromer, Plug-in-Hybrid oder Verbrenner? Dualeinspritzung, Partikelfilter, SCR-System? Dazu die Diskussion um Stickoxide, geschönte Verbrauchsangaben und "Killer-Kältemittel". Der Autokauf ist so kompliziert, dass der Verkehrsclub Deutschland VCD zuletzt keine Empfehlungen mehr geben wollte.

Nur 11 von 45 Autos empfehlenswert

Der ADAC traut sich, hat 45 Autos mit der "verschärften, neuen EcoTest-Methode" untersucht und kann aus ökologischer Sicht davon nur elf empfehlen. Alle Modelle sind mit viel High-Tech und alternativen Antrieben unterwegs - bis auf eins: Mitsubishi Space Star 1.2 ClearTec Top.

Das 12.000-Euro-Auto ist anders als die anderen, nämlich ein "einfacher Zwerg mit Talent" (Auto Bild). Auf 3,80 Metern Länge ist Platz für fünf plus 230 Liter Gepäck. Bei nur 920 Kilo Leergewicht reicht ein Dreizylindermotor. Der tankt Superbenzin, ein Drei-Wege-Kat befreit das Abgas zuverlässig von Stickoxiden. Der Saugmotor hat kein Partikelproblem, ist aber sparsam wie ein Direkteinspritzer.

Klar, einfache Technik, die aber selbst Motorjournalisten Laune macht: "Der 1.2er versieht seinen Dienst mit Anstand und garantiert mit 80 PS ausreichende Fahrleistungen", schreibt Auto Bild in Heft 21 und zählt den Floh in Heft 35 in gleich drei Disziplinen (Nr. 1 beim Testverbrauch, Nr. 3 beim Leergewicht und Nr. 4 beim Wendekreis) zu den 100 besten Autos.

Mitsubishi punktet mit Einfachheit

Sicher, automobile Kurzware wie der Mitsubishi taugt nicht für jeden automobilen Zweck. Aber der Mitsubishi ist ein Beispiel dafür, dass es auch anders geht, dass weniger mehr sein kann. Teure, komplizierte Spartechnik - das brauchen nur die fetten Kisten und sammeln trotzdem im EcoTest weniger Öko-Sterne als der "Space Star".

Hier schreibt Martin Gent, Redakteur und Reporter in der WDR-Wissenschaftsredaktion. Als Mobilitätsexperte ist er stets auf der Suche nach Perspektiven für den Verkehr von morgen.

Stand: 13.12.2016, 06:00