Die Kleine Anfrage: Warum wiegt CO2 aus dem Auspuff mehr als der Sprit im Tank?

Die Kleine Anfrage: Warum wiegt CO2 aus dem Auspuff mehr als der Sprit im Tank?

Von Christian Eßer

Mehr als 40 Millionen Autos sind in Deutschland angemeldet. Bei jeder Fahrt stoßen PKW Kohlendioxid in die Luft. Dabei kommt mehr Treibhausgas aus dem Auspuff als Sprit im Tank war. Wie das?

Benzin enthält rund 100 verschiedene Substanzen. Hauptsächlich besteht es aus einem Gemisch unterschiedlich langer Kohlenwasserstoffketten, die aus Erdöl gewonnen werden. Ein Kohlenwasserstoffmolekül besteht meist aus vier bis elf Kohlenstoffatomen, an die jeweils zwei bis drei Wasserstoffatome gebunden sind. Jeder Mineralölkonzern veredelt seinen Kraftstoff mit weiteren Inhaltsstoffen, z.B. verschiedene Alkohole.

Kohlen-, Wasser- und Sauerstoff – die Verbrennung

Abgase steigen aus Auspuff.

Bei der Verbrennung reagieren die Kohlen- und Wasserstoffe im Benzin mit dem Sauerstoff aus der Luft. Jedes Kohlenstoffatom verbindet sich mit jeweils zwei Sauerstoffatomen zu einem Molekül Kohlendioxid, also CO2. Die Wasserstoffatome verbinden sich mit Sauerstoff zu Wasser, H2O. Vereinfacht gesagt, werden am Kohlenstoffatom bei der Verbrennung die leichten Wasserstoffatome gegen die schweren Sauerstoffatome ausgetauscht.

Kleines Einmaleins der Atommassen

Wasserstoff ist extrem leicht, der Kern des Atoms besteht nur aus einem Proton. Ein Blick auf das Periodensystem des Chemieunterrichtes verrät: Ein Wasserstoffatom hat die relative Atommasse eins. Ein Kohlenstoffatom ist etwa zwölfmal schwerer, ein Sauerstoffatom ist etwa 16-mal schwerer als ein Wasserstoffatom. Kohlendioxid hat damit eine relative Atommasse von 44, denn es besteht aus einem Kohlenstoffatom (12) und zwei Sauerstoffatomen (16 + 16).

CO2 fällt ins Gewicht

Aus 15 Gramm Kohlenwasserstoff (12+1+1+1) entsteht also bei der Verbrennung mit Sauerstoff 44 Gramm Kohlendioxid. Das heißt: Das, was hinten beim Auto als CO2 rauskommt, ist etwa dreimal so schwer wie der Ursprungsstoff, das Benzin. Da Benzin aber neben den Kohlenwasserstoffen aus einigen weiteren Inhaltsstoffen besteht, ist die tatsächliche CO2-Emission etwas geringer. Eine Faustformel besagt: Ein Liter Benzin verursacht 2,3 Kilogramm CO2, ein Liter Diesel wird in 2,6 Kilogramm CO2 umgesetzt.

Umweltlaster Auto

Ein Auto, das sieben Liter auf 100 Kilometer verbraucht, stößt etwa 160 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Fahrleistung von etwa 12.500 Kilometern pro Jahr kommen ziemlich genau 2000 Kilogramm, also zwei Tonnen Kohlendioxid zusammen. Mit anderen Worten: Jedes Jahr belasten wir Autofahrer die Umwelt mit dem doppelten Gewicht unseres Autos an CO2.

Stand: 20.10.2016, 11:22