Die kleine Anfrage: Warum geht der Gefrierschrank beim zweiten Öffnen schwerer auf?

Ein Kühlschrank wird geöffnet

Die kleine Anfrage: Warum geht der Gefrierschrank beim zweiten Öffnen schwerer auf?

Von Rainer B. Langen

Kühl- und vor allem Gefrierschranknutzer kennen das: Man hat die Tür gerade zu, da fällt einem ein, dass man doch noch mal etwas rausholen muss. Aber dann geht die Tür oft schwerer auf als beim ersten Mal.

Das Geheimnis hinter diesen merkwürdigen Gebaren der Kühlschranktür liegt buchstäblich in der Luft. Luft zieht sich zusammen, wenn sie sich abkühlt. Wer seine Einwegflaschen im kühlen Keller lagert, bevor er sie zum Pfandautomaten bringt, hat das vielleicht schon beobachtet: Sie sind mitunter von nach innen gezogenen Dellen regelrecht verschrumpelt. Als diese Flaschen das letzte Mal offen waren, war die Luft in ihnen wärmer. Beim Abkühlen im Keller hat sie sich dann zusammengezogen. Dadurch entstand ein Unterdruck, der die Dellen nach innen zog. So ein Unterdruck wirkt auch im Kühlschrank.

Wenn die Tür zu ist, kühlt sie an den Wänden und an den kalten Gegenständen, die schon drin sind, sehr schnell ab und erzeugt somit schnell einen Unterdruck, der von innen an der Tür zieht und sie fest zuhält.

Nicht ganz dicht

Dass die Tür nach einiger Zeit dann aber wieder leichter aufgeht, liegt an der Türdichtung. Die wird von einem Magneten auf dem Türrahmen festgehalten. Aber sie schließt den Schrank nie so hermetisch ab wie zum Beispiel der Drehverschluss die verschrumpelte Getränkeflasche zuhält.

Die Kühl- oder Gefrierschrankdichtung lässt immer ein bisschen Luft aus der Umgebung in den Schrank nachströmen. Dadurch wird der Unterdruck mit der Zeit schwächer und die Tür lässt sich wieder leichter öffnen.

In einige Geräte bauen Hersteller Luftsäcke in die Türen ein, die den Unterdruck sofort nach dem Schließen ausgleichen. Diese Gefrierschränke lassen sich dann schnell nach dem Schließen leicht wieder öffnen.

Stand: 29.09.2016, 14:34