Das Jahr im All

Das Jahr im All

Alle ziehen in diesen Tagen Bilanz, wir richten unseren Blick dabei einmal nach oben, in den Weltraum. Da hat sich dieses Jahr so Einiges abgespielt, was für Schlagzeilen sorgte. 2016, das Jahr im All ...

Grafik zeigt Landung von Schiaparelli an einem Fallschirm

Im russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan startet am 14. März 2016 die europäisch-russische Mission ExoMars. Es sollte der Beginn einer siebenmonatigen Reise zum Mars sein. Mit an Bord: Schiaparelli, eine Landeeinheit, die weich auf dem roten Planeten aufsetzen sollte. Hier eine Grafik.

Im russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan startet am 14. März 2016 die europäisch-russische Mission ExoMars. Es sollte der Beginn einer siebenmonatigen Reise zum Mars sein. Mit an Bord: Schiaparelli, eine Landeeinheit, die weich auf dem roten Planeten aufsetzen sollte. Hier eine Grafik.

Ein Fehler in der Software lässt Schiaparelli jedoch abstürzen wie einen Stein. Statt weich im roten Staub niederzugehen, schlug die Landeeinheit mit 300 bis 400 Kilometern pro Stunde ungebremst auf dem Boden auf. Totalschaden.

Zu einem Asteroiden fliegen und zurückkehren, das ist der Job der NASA-Raumsonde OSIRIS-REx. Sie startete im September 2016 und soll sieben Jahre unterwegs sein. Wenn alles so klappt wie hier in der Grafik, soll sie am Ziel, dem Asteroiden Bennu, Untersuchungen durchführen wie keine Sonde zuvor.

Ein Erfolgsgeschichte ging in diesem Jahr zu Ende: Europas Kometensonde Rosetta (hier als Illustration) hat gemeinsam mit ihrer Landeeinheit Philae zwei Jahre lang das Wissen über die Entstehung und den Aufbau von Kometen verändert, sagen die Forscher.

Rosetta wurde am Ende gezielt zum – wenngleich sanften - Absturz auf den Kometen Tschurjumow-Gerasimenko gebracht. Wie erwartet brach danach der Funkkontakt zu ihr ab. (hier eine grafische Illustration)

Die Forscher halten die Mission dennoch für einen Erfolg. Der britische Astrophysiker Matt Taylor von Europas Weltraumagentur ESA bilanziert: "Wir haben jetzt mehr Datenmaterial, als alle anderen Kometenmissionen zuvor insgesamt gesammelt haben."

Konstantin Batygin, Astronom am California Institute of Technology, hat Kuiper-Gürtel beobachtet, jene Ansammlung von Millionen von Eis- und Gesteinsbrocken am Rand des Sonnensystems. Dabei stieß er auf eine kleine Sensation.

Batygin vermutet die Existenz eines bislang unbekannten Planeten im Kuiper-Gürtel. Die Umlaufbahnen vieler Objekte in diesem Gürtel ließen sich nur erklären, wenn es einen neunten Planeten gebe. "Er muss sich außerhalb der Umlaufbahnen aller anderen Planeten befinden", sagt Batygin.

Auch in der kosmischen Nachbarschaft gab es Überraschendes, so wie bei dem erd-nächsten Stern Proxima Centauri. Ein Planet umkreist ihn, Proxima b. Ein Jahr auf diesem Planeten dauert nur wenig mehr als elf Tage, sagt Guillem Anglada-Escudé von der Queen Mary University of London.

Proxima b (hier eine Illustration) umkreist Proxima Centauri alle 11,2 Tage, so kommen die Forscher auf das kurze Jahr. Der Planet sei möglicherweise erdähnlich, besteht also nicht aus Gas. Wir wissen aber nicht, ob er eine Atmosphäre hat und ob es auf ihm flüssiges Wasser gibt.

Hier ist die Künstlerische Darstellung von Proxima b zu sehen, der den roten Zwergstern Proxima Centauri umkreist (Illustration). Ob darauf aber wirklich etwas kreucht und fleucht – das ließ sich im ausgehenden Jahr noch nicht klären. In den kommenden Jahren werden neue und stärkere Teleskope die potenzielle Nachbar-Erde ausspähen können.

Stand: 27.12.2016, 11:33 Uhr