Service Umwelt - Halogen raus, LED rein

Service Umwelt - Halogen raus, LED rein

Von Octavia Verbücheln

Halogenspots sorgen für eine angenehme Raumbeleuchtung. Aber sie sorgen auch für eine hohe Stromrechnung. Ein Austausch gegen sparsame LEDs ist gut für Umwelt und Geldbeutel - und in den meisten Fällen problemlos möglich.

Halogen vor dem "Aus"

Es ist beschlossene Sache: Ab September 2018 sollen keine Halogenlampen mehr verkauft werden. Damit hat die Europäische Union die sechste und letzte Stufe der "Glühlampenverordnung" um zwei Jahre nach hinten verschoben. Doch die Entwicklung der LED-Technologie ist inzwischen so rasant fortgeschritten, dass Halogenlampen bereits jetzt kaum noch eine Daseinsberechtigung haben. Überall dort, wo das Licht lange brennt, ist die LED deutlich im Vorteil und besser noch als eine Energiesparlampe.

Auf die inneren Werte kommt es an

Für die meisten Lampenformen gibt es inzwischen einen LED-Ersatz. Um die "Richtige" zu finden, muss man sich allerdings die Angaben auf der Verpackung genau anschauen. Die Helligkeit des Leuchtmittels wird als Lichtstrom in Lumen angegeben. Zur Orientierung: Eine 30-Watt-Halogenlampe leuchtet mit 200 bis 300 Lumen. Der LED-Ersatz sollte mindestens genauso hell sein. Die Farbtemperatur ist der nächste wichtige Punkt. In Wohn- und Schlafräumen handelt es sich meistens um "warm-weißes" Licht mit 2700 Kelvin. "Neutralweißes" Licht mit 3000 bis 5000 Kelvin wird bevorzugt in Arbeitszimmern eingesetzt. Wichtig: Sockelform und Gesamtgröße müssen mit der alten Halogenlampe übereinstimmen. Der Abstrahlwinkel gibt an, wie breit der Lichtkegel ist. Die typischen Halogenspots haben einen Winkel zwischen 30° und 36°. Für ein Einsatz in der Küche, über dem Esstisch oder am Badezimmerspiegel sollte man auf den Farbwiedergabe-Index achten, angegeben als Ra- oder CRI-Wert. Er ist ein Maß dafür wie naturgetreu die Farben unter dem Licht erscheinen. Halogenlampen schaffen den Höchstwert 100. Ein Wert unter 80 bedeutet eine sehr schlechte Farbwiedergabe.

Einsparpotenzial

Im Beispiel unten würde die LED über eine Lebensdauer von 15 Jahren 84 Prozent weniger Kosten verursachen als der Halogen-Spot (bei 1000 Betriebsstunden pro Jahr und einem Strompreis von 27 Cent/KWh). Trotz des höheren Kaufpreises sind LEDs wegen ihres geringen Energiebedarfs auf lange Sicht viel billiger als Halogenlampen. Mitunter ist der Umstieg jedoch mit Hindernissen verbunden.

Beispiel: Eine Halogenlampe und ihr LED-Ersatz
HalogenspotLED-Spot
Leistungsaufnahme30W3,5W l
Lichtstrom200 lm230 lm
Lichttemperatur2700 K2700 K
Farbwiedergabe-Index10080
Abstrahlwinkel30°36°
SockelGU 10GU 10
Durchmesser51 mm50 mm
Länge53 mm54 mm
Lebensdauer2.000 h15.000 h
EffizienzklasseDA+
Kaufpreis ca.2,90 Euro5,80 Euro

Sonderfall Niedervolt-Systeme

Manche alten Halogen-Lichtsysteme werden mit einem 12-Volt-Trafo betrieben. Der braucht eine Mindestlast, um einwandfrei zu funktionieren. Mit dem Austausch gegen sparsame LEDs wird diese Mindestlast meist unterschritten. Am besten ist es, den alten Trafo gegen einen modernen, für LEDs geeigneten auszutauschen. Wer den Aufwand und die Kosten scheut, der kann sich mit einem Trick behelfen: Man tauscht nur einen Teil der Halogenlampen aus. Alle Lampen insgesamt müssen so viel Watt ziehen wie auf dem Trafo als Mindestlast angegeben ist.

Kein Ersatz für Winzlinge

LEDs mögen es kühl. Deshalb ist in jeder LED-Lampe eine Kühlung eingebaut. Je mehr Lumen die Leuchtdiode abgibt, desto größer muss der Kühlkörper sein. Darum können LED-Lampen eine gewisse Mindestgröße nicht unterschreiten. So ist es der Industrie bisher noch nicht gelungen, einen LED-Ersatz anzubieten für die winzigen Halogenlämpchen beispielsweise in Küchenbeleuchtungen.

Das Dimmer-Dilemma

Zwar gibt es inzwischen auch dimmbare LEDs, aber sie benötigen eine bestimmte Art von Dimmer. Ob der vorhandene Dimmer des alten Halogen-Lichtsystems auch für LEDs geeignet ist oder ausgetauscht werden muss, erfährt man im Fachhandel. Auf den Websites der Lampenhersteller findet man ebenfalls Informationen dazu.

Austausch nach und nach

Am schnellsten profitiert man von einem Umstieg auf LED, wenn man dort beginnt, wo die Lampen lange brennen: Im Wohnzimmer, im Arbeitszimmer und in den Kinderzimmern. Aber auch im Treppen- und Flurbereich sind LEDs gut einsetzbar. Häufiges An- und Ausschalten schadet ihnen nicht. Der Austausch kann durchaus Schritt für Schritt erfolgen. Auch eine teilweise Auswechslung lohnt sich. Jede LED ist siebenmal effizienter sind als eine Halogenlampe.

Die beste Ökobilanz

Stiftung Warentest hat die Gesamtökobilanzen der verschiedenen Leuchtmittel miteinander verglichen. Dabei ging es darum wie stark Herstellung, Gebrauch und Entsorgung die Umwelt belasten. Halogenlampen schnitten am schlechtesten, LEDs am besten ab. Zwar braucht eine LED in der Herstellung mehr Ressourcen als eine Halogenlampe oder eine Energiesparlampe, aber wegen ihres äußerst geringen Strombedarfs und der langen Lebensdauer hat sie in der Gesamtbilanz die Nase vorn.

Dauerbrenner oder Rohrkrepierer?

Die Rechnung geht nur auf, wenn die LED-Lampen auch tatsächlich lange durchhalten. Doch das tun nicht alle. Stiftung Warentest musste feststellen, dass einige bereits nach 500 Stunden Brenndauer aufgaben. Das Gute an einer LED: Entweder geht sie relativ schnell kaputt oder sie hält sehr, sehr lange. Deshalb sollte man immer den Kassenzettel aufbewahren. Innerhalb der ersten 6 Monate ist es in der Regel kein Problem, eine defekte Lampe umzutauschen. Auf manche Produkte bekommt man sogar eine zwei- bis vierjährige Garantie.

Sorgfältige Auswahl

Im Normalfall hält eine LED-Lampe 10 bis 15 Jahre. Deshalb sollte man bei der Auswahl genau auf Ausstattung und Leistung achten. Jeder Fehlkauf, der in der Schublade landet oder vorzeitig im Müll, belastet unnötig Umwelt und Geldbeutel.

Redaktion:
Detlef Reepen


Service Umwelt ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Leonardo und ist dort montags zwischen 15.05 Uhr und 17.00 Uhr zu hören.

Stand: 29.02.2016, 11:15