Affen in China geklont

Geklonter Javaneraffe

Affen in China geklont

Von Ruth Schulz

  • Gleiches Verfahren wie bei Klonschaf Dolly
  • Hoffnung auf weniger Tierversuche und sichere Medikamente
  • Ethische Bedenken in Deutschland

Chinesische Forscher haben Zellkerne aus Eizellen entfernt und stattdessen Kerne von Körperzellen eines Affenembryos eingesetzt. Affen-Leihmütter haben die neuen Embryonen ausgetragen. Sie haben identische Gene, wie eineiige Zwillinge. Mit Hilfe dieser Technik, der somatischen Zellkernübertragung, ist vor 21 Jahren auch Klonschaf Dolly entstanden.

Affen in China geklont

WDR 5 Leonardo Top Themen | 25.01.2018 | 07:39 Min.

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Zwei Affen aus 109 Embryonen

Seit Dolly hat man die Labortechniken (SCNT – Somatic Cell Nuclear Transfer) verfeinert. Man musste die Erbinformationen der Körperzelle speziell behandeln, damit aus ihr alle möglichen Zelltypen entstehen konnten, wie in einem Embryo. Aus sechs Affenembryonen entwickelten sich Schwangerschaften, zwei Affen kamen vor acht und vor sechs Wochen lebend zur Welt. Dies wurde jetzt in der Zeitschrift Cell veröffentlicht.

Erforschung von Medikamenten und Krankheiten

Die Javaneräffchen Zhong Zhong und Hua Hua gehören zu den Primaten. Sie sind keine Menschenaffen, aber dem Menschen sehr ähnlich. Deshalb hofft man, an ihnen Krankheiten und die Wirkung von Medikamenten besonders gut erforschen zu können. Javaneräffchen, werden schon jetzt häufig in Tierversuchen eingesetzt. Man testet an ihnen zum Beispiel Medikamente, bevor sie an Menschen erprobt werden.

Weniger Tierversuche?

"In Zukunft könnten viele Tierversuche überflüssig werden, wenn man mit genetisch gleichen Tieren arbeiten kann." sagt Professor Stefan Treue vom Leibniz-Institut für Primatenforschung in Göttingen. Man müsse aber auch in Zukunft für jeden Versuch abwägen, ob dieses Klonverfahren wirklich hilft Tierversuche zu vermeiden, zu verringern oder zu verbessern.

Risiko Klonen

Geklonter Javaneraffe

Geklonter Javaneraffe

Noch weiß man nicht, ob die geklonten Affen gesund bleiben. Klone entwickelten oft Fehlbildungen, Stoffwechselstörungen oder Herzkreislauferkrankungen. Dolly musste nach 6 Jahren eingeschläfert werden, weil sie vorzeitig gealtert war.

Ethische Bedenken

Kritiker hinterfragen, ob die Klonmethode wirklich schon an Primaten getestet werden musste. Nach ihrer Ansicht hätte man das Verfahren zunächst an anderen Tieren weiterentwickeln sollen. In Deutschland sind Tierversuche mit Affen streng reglementiert. Sie dürfen nur durchgeführt werden, wenn es keinen anderen Weg gibt, um etwas zu erforschen.

Bald geklonte Menschen?

Theoretisch könnte die neue, verfeinerte Technik auch den Weg zu Menschenklonen leichter machen. Überall auf der Welt sehen Wissenschaftler das Klonen von Menschen sehr kritisch. In den meisten Ländern verstößt es gegen ethische Grundsätze. In Deutschland ist es verboten.

Stand: 24.01.2018, 18:01