RWTH Aachen entwickelt Entscheidungs-Navi

Ein animierter Mann in einem Labyrinth

RWTH Aachen entwickelt Entscheidungs-Navi

  • Programm analysiert Entscheidungsgrundlagen
  • Nachdenken über eigene Bedürfnisse wird vereinfacht
  • Auswertung per Diagramm

Täglich muss der Mensch tausende Entscheidungen treffen: Viele davon sind vergleichsweise klein, zum Beispiel die Entscheidung im Supermarkt, was eingekauft werden soll.

Es gibt aber auch die ganz großen Entscheidungen, die existenziell sind, wie zum Beispiel die Entscheidung, ein Haus zu kaufen oder die Arbeitsstelle zu wechseln. Nicht alle Menschen wissen sofort, was das Richtige für sie ist. In solchen Fällen soll das Entscheidungs-Navi der RWTH Aachen helfen.

Entscheidung mit dem Bauch oder mit dem Verstand?

Rüdiger von Nitzsch und Student

Entwickler Rüdiger von Nitzsch testet gemeinsam mit einem Studenten das Entscheidungs-Navi

Rüdiger von Nitzsch, Professor am Lehrstuhl für Entscheidungsforschung- und Finanzleistungen, hat die neue Anwendung entwickelt. Bauchentscheidungen seien die Entscheidungen, die intuitiv getroffen würden, so Rüdiger von Nitzsch. Aber selbst bei einem guten Bauchgefühl könne man auch mal daneben liegen. Versuche man, die Vor- und Nachteile mit dem Verstand abzuwägen, könne es sein, dass man seine Gefühle dabei vergesse. Darum soll das Entscheidungs-Navi dies alles berücksichtigen.

Selbstreflektion

Das Navi funktioniert folgendermaßen: Der Benutzer wird gefragt, was ihm bei seiner Entscheidung wichtig ist. Bei einem Jobangebot könnten zum Beispiel das Gehalt, die Arbeitszeit, der Weg zur Arbeit und die Reputation des Arbeitgebers eine Rolle spielen. 

Nachdenken über Bedürfnisse

Was für den einen perfekt sei, könne für jemanden anderen völlig unsinnig sein, sagt Rüdiger von Nitzsch. Eine Entscheidung sei dann eine wirklich gute, wenn sie zu den eigenen Bedürfnissen passe. Aus diesem Grund berücksichtigt die Anwendung auch weichere Ziele wie Zufriedenheit am Arbeitsplatz oder Freude an der Arbeit. Dieser Schritt könne Stunden in Anspruch nehmen. Es brauche Zeit, sich selbst und seinen Bedürfnissen auf die Schliche zu kommen.

Auswertung

Erst in einem weiteren Schritt müssen die Jobangebote in das Navi eingegeben werden. Zur Auswertung gewichtet das Navi dann die angegeben Aussagen. In unterschiedlichen Diagrammen lässt sich das sogar graphisch darstellen. Am Ende soll dann eine Entscheidung stehen, mit der der Nutzer zufrieden sein kann, weil sie exakt seine Anliegen berücksichtigt.

Das Navi lotst das Denken

Wer zwei Alternativen eingibt und erwartet, dass das Navi von sich aus einfach die Entscheidung ausspuckt, wird enttäuscht.

Laut Entwickler Rüdiger von Nitzsch ist das Nachdenken über sich selbst bei der Anwendung das Entscheidende. Das Navi lotse lediglich das Denken.

Stand: 15.11.2017, 10:58