Mit E-Lastenrädern gegen den Verkehrskollaps

Menschen auf elektronischen Lastenrädern

Mit E-Lastenrädern gegen den Verkehrskollaps

Von Benjamin Esche

  • Sharing-Angebot für E-Lastenräder in Köln gestartet
  • Lastverkehr in der Innenstadt soll entspannt werden
  • Experten glauben an Potential von E-Lastenrädern

Was tun gegen Verkehrschaos und hohe Schadstoffbelastung in den Innenstädten? Die E-Mobilität stärken, sagen Politiker von Land und Bund und unterstützen Projekte wie das nach eigener Angabe europaweit größte Sharing-Angebot für elektronische Lastenräder. „Donk-EE“ wurde am Mittwoch (28.06.2017) in Köln vorgestellt und bietet im Laufe der nächsten Wochen in der Domstadt 50 E-Lastenräder zum Verleih an.

Umweltfreundliche Transportalternative

Mehrere elektronische Lastenräder stehen hintereinander

E-Lastenräder sollen den Transport einfacher machen

An 35 Standorten in Köln lassen sich die über zwei Meter langen Fahrräder mit Elektromotor und Transportbox ausleihen. Bis zu 100 Kilogramm können Fahrer damit transportieren. Nach dem Willen der Betreiber soll es eine umweltfreundliche Alternative zu klassischen Lieferfahrzeugen werden.

„In Millionenstädten wie Köln werden alternative Verkehrskonzepte dringend benötigt“, sagt Oliver Hummel, Geschäftsführer der Betreiberfirma Green Moves Rheinland. Die Lastenräder sollen bequem per Smartphone-App gebucht werden und bis zu 75 Kilometer weit fahren können. Abgerechnet wird pro Stunde. Beispielsweise sollen vier Stunden elf Euro kosten.

Lastenräder mit großem Potential

Mehrere Menschen fahren auf elektronischen Lastenrädern über eine Straße

Experten glauben an Potential von E-Lastenrädern

Tatsächlich haben Lastenräder im Wirtschaftsverkehr ein großes Potential. Das haben Verkehrsforscher des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) in Berlin in einer 2016 veröffentlichten Studie festgestellt.

Die Forscher gehen davon aus, dass langfristig bis zu 23 Prozent der Fahrten auf der letzten Meile der Transportkette von Lastenrädern übernommen werden können.

Politik fördert E-Mobilität

Reifen eines elektronischen Lastenrades

E-Bikes werden vom Bund gefördert

„Das Fahrrad als gewerbliches Fahrzeug auf der Kurzstrecke kann dabei helfen, das Klima zu schützen und zugleich die Lebensqualität in der Stadt zu erhöhen“, glaubt Jochen Flasbarth vom Bundesumweltministerium, das das Kölner Projekt mit rund 200.000 Euro fördert.

Für die Stadt Köln ist das neue E-Lastenrad-Angebot ein Baustein, um den Radverkehr zu stärken. „Bis 2030 soll ein Drittel der Verkehrsteilnehmer auf das Fahrrad umsteigen“, so Henrik Colmer vom Kölner Amt für Straßen- und Verkehrstechnik. Außerdem sollen die Radinfrastruktur ausgebaut und zusätzliche Fahrradparkplätze geschaffen werden.

30 Tonnen CO2-Einsparung in drei Jahren?

Ob sich die elektronischen Lastenräder in Köln tatsächlich durchsetzen, soll innerhalb der dreijährigen Projektphase herausgefunden werden. Die Betreiber rechnen für diesen Zeitraum mit insgesamt 24.000 Fahrten und einer CO2-Einsparung von 30 Tonnen.

Stand: 28.06.2017, 16:15