Bauingenieurwesen – Planen und Konstruieren

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Bauingenieurwesen – Planen und Konstruieren

Von Bastian Biet

Hochhäuser, Autobahnen, Schifffahrtswege und Bahnhöfe – Bauingenieure haben überall ihre Finger im Spiel. Wichtig fürs Studium: Interesse für Technik und Naturwissenschaften. Wer sich nicht für Beton interessiert, ist hier eher falsch.

Bauingenieurwesen zählt zu den klassischen Ingenieurwissenschaften. Viele Hochschulen verlangen von Studienanwärtern vorm ersten Semester ein Praktikum von sechs bis acht Wochen, damit sie Einblick ins spätere Berufsleben bekommen. Hat man das hinter sich gebracht, findet man in der Regel problemlos einen Studienplatz. Das Fach ist vielerorts nicht zulassungsbeschränkt. Gibt es einen NC, liegt er zwischen zwei und drei.

Die erste Hürde

Trotzdem fällt vielen Studierenden der Anfang schwer. Mathematische, naturwissenschaftliche und technische Grundlagen bilden das Fundament des Studienganges. Gerade zu Beginn des Studiums ist das Tempo hoch. Ein Drittel kommt deswegen nicht über die ersten beiden Semester. Wer diese Hürde aber genommen hat, zieht es in der Regel auch bis zum Ende durch.

Ein abwechslungsreiches Studium

Im Studium selbst befassen sich die angehenden Bauingenieure vor allem mit Planung und Konstruktion. Konstruktiver Stahlbau, Verkehrswesen, Wasserbau, Statik und Holzbau sind nur einige von vielen Bereichen, in denen man Wissen erwerben kann. Studiert wird in Vorlesungen, Seminaren und vielen praktischen Übungen. An vielen Fachhochschulen ist im Gegensatz zur Universität ein Praxissemester fester Teil des Studienverlaufs. Außerdem muss man Kenntnisse in speziellen Computerprogrammen erwerben. Der Bauingenieur von morgen entwirft Modelle digital.

Die zweite Hürde

Bauingenieure dürfen keine Scheu vor Menschen haben. Bei vielen Projekten arbeitet man im Team - ohne Kommunikation kommt man nicht weit. Außerdem müssen Bauingenieure immer im Blick haben, dass bei allen Bauobjekten Sicherheit und Funktion oberste Priorität haben. Anders als in der Architektur geht es hier nicht so sehr um die Ästhetik des Entwurfs. Wer eine kreative Ader hat und diese nicht zur Problemlösung einsetzen will, ist also eher fehl am Platz.

Auch die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, ist im späteren Berufsleben gefragt. Denn Bauingenieure arbeiten oft an Projekten, die das Leben der Menschen über Jahrzehnte beeinflussen. Ist eine Brücke erstmal gebaut, sollte sie die nächsten 50 Jahre bis 100 Jahre halten. Mit diesem Bewusstsein muss man leben können.

Glänzende Jobaussichten

Der Einstieg ins Berufsleben klappt meistens reibungslos. Es gibt aktuell mehr offene Stellen als Bewerber. Berufseinsteiger verdienen etwa 45.000 Euro im Jahr. Voraussetzung dafür ist, dass sie in einem Unternehmen anfangen und nicht in die Selbstständigkeit gehen. Dennoch entscheidet sich etwa ein Viertel aller Absolventen für die Selbstständigkeit. Neben Stellen in der Privatwirtschaft gibt es auch viele Jobs bei Land oder Stadt. Bauingenieure werden einfach überall händeringend gesucht.

Redaktion:
Maike Westphal

Stand: 28.04.2016, 14:28