Wie kann ich Stickoxid-Belastung vermeiden?

Symbolbild: Husten durch Luftverschmutzung, junge Frau

Wie kann ich Stickoxid-Belastung vermeiden?

Autos sind fast überall - und mit ihnen die Schadstoffe. Welche Möglichkeiten hat jeder Einzelne, sich vor Stickoxiden zu schützen?

Wir alle sind Luftschadstoffen ausgesetzt - die einen weniger, die anderen mehr. Besonders hoch ist die Stickoxid-Konzentration in vielen Städten. Kann man sich schützen? Nur bedingt, betont Umweltmedizinerin Barbara Hoffmann von der Düsseldorfer Uniklinik. "Der Einzelne kann sich nur ganz beschränkt selber schützen." Man könne Expositions-Spitzen vermeiden, zum Beispiel nicht an stark befahrenen Straßen zu joggen. Auch beim Fahrradfahren gibt es oft die Möglichkeit, auf ruhigere Nebenstraßen auszuweichen.

Geringere Belastung auf Nebenstraßen

"In Nebenstraßen messen wir deutlich weniger Stickoxide", bestätigt Robert Wegener vom Forschungszentrum Jülich. Zwar könne auch dort ein Diesel-Lkw vorbei fahren, der dann kurzfristig die Belastung erhöht. "Wir sehen das ganz deutlich an unseren Messwerten: An großen, befahrenen Straßen hat man viele Peaks."

Auch in Parks nimmt die Konzentration der Stickoxide in der Regel schnell ab - auch wenn eine befahrene Straße in der Nähe ist. Schon wenig Vegetation kann also einen Effekt auf die Luftqualität haben. Wegener vermutet, dass sich die Luft an einigen Stellen dort besser verteilen und somit verdünnen kann - weil keine hohen Häuser für eine weitere Konzentration sorgen und Bäume und Sträucher am Rande eines Parks wie eine schützende Wand wirken.

Geschickt lüften

Filter im Wohnraum helfen nur bedingt, betont Marcel Langner vom Umweltbundesamt (UBA): "Die funktionieren in der Regel nur für Partikel, aber nicht für Stickoxide." Manche Filter könnten an der Oberfläche der gasförmigen Substanz absorbieren, aber diese Wirkung halte meist nicht lang. Auch Gesichts-Masken bringen daher nicht viel: Sie müssten komplett abschließend am Gesicht liegen. Wer an einer großen Straße wohnt, sollte außerdem in den verkehrsstärksten Zeiten nicht nach vorne raus lüften.

Filter schützen Autofahrer

Auch im Auto ist die Belastung mit Stickstoffdioxid belastet und ähnlich hoch wie auf der Straße. Allerdings kann man nachhelfen - mit einem Schadstofffilter: "Gute Schadstofffilter mit Aktivkohle für Pkw halten einen Großteil der Stickstoffdioxide zurück", erklärt Umweltphysiker Denis Pöhler von der Uni Heidelberg. Zwar seien nicht alle Filter gleich gut, prinzipiell könne damit aber eine sehr hohe Schadstoffreduktion erreicht werden.

Stickoxide wirken sehr lokal - also genau dort, wo sie entstehen. Daher kann jeder dazu beitragen, die Belastung möglichst gering zu halten: Häufig zu Fuß gehen, mit dem Fahrrad fahren und den ÖPNV nutzen. "Man sollte sich bei jeder Autofahrt überlegen, ob sie wirklich sein muss", rät Hoffmann. Auf keinen Fall sollte man auf sportliche Aktivitäten verzichten - die positiven Effekte überwiegen mögliche Nachteile durch eine vermehrte Schadstoffaufnahme, betont die Umweltmedizinerin.

Stand: 21.02.2018, 01:00