Wo die Stickoxid-Werte in Düsseldorf besonders hoch sind

Wo die Stickoxid-Werte in Düsseldorf besonders hoch sind

Wo sind die Stickoxid-Werte besonders hoch, wo besonders niedrig? Welche Faktoren sind wichtig? Ergebnisse der WDR-Messaktion lassen Muster erkennen.

Mit 159 Messpunkten gibt die WDR-Stickoxid-Aktion erstmals einen Überblick darüber, wie sich die Luftschadstoffe im Düsseldorfer Stadtgebiet verteilen. Denn es zeichnen sich deutliche Muster ab: Dort, wo viel Verkehr herrscht, sind auch die Stickoxidwerte (NO2) hoch. Abseits der Hauptverkehrsadern nehmen sie schnell wieder ab.

Im Tunnel besonders hohe NO2-Werte

"Da zeigen sich Muster, die wir so noch nicht gesehen haben", stellt Atmosphärenforscher Robert Wegener vom Forschungszentrum Jülich heraus. "An Messorten mit viel Verkehr und dichter Bebauung wurden im Mittel 42 Mikrogramm/m³ Luft gemessen, 60 Prozent mehr als an Stellen mit wenig Verkehr und lockerer Bebauung." Der zulässige Grenzwert (Jahresmittel) liegt bei 40 ug/m³ Luft. Die WDR-Messungen beziehen sich auf einen Monat und können daher keine fundierte Aussage darüber treffen, ob der Jahres-Grenzwert überschritten wird oder nicht.

Die höchsten Werte wurden am Rheinufertunnel (96) und im Tunnel Ahnenweg (145) gemessen - die hohen Werte bestätigen die Annahme, dass Stickoxid sich vor allem lokal auswirkt. In Tunnel-Lagen kann sich das Reizgas nicht so schnell verflüchtigen, die Konzentration bleibt hoch. "Dabei muss man bedenken, dass es sich um Mittelwerte handelt. Zu Stoßzeiten dürfte die Konzentration deutlich höher sein", betont Wegener.

Stickoxid-Belastung im Auto

Das bedeutet auch, dass die Belastung für Autofahrer, die (im Tunnel) im Stau stehen, hoch ist. Denn im Fahrzeug sind die NO2-Werte teilweise noch höher als draußen auf der Straße, das haben Untersuchungen der Uni Heidelberg gezeigt.

Schützen können sich Autofahrer nur bedingt, erklärt Umweltmedizinerin Barbara Hoffmann von der Uni Düsseldorf: "Fenster zu und auf Umluft schalten ist das einzige, was man tun kann." Viel bringe das nicht, meint sie.

Corneliusstaße ist kein Einzelfall

Deutlich wird durch die WDR-Aktion, dass das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) mit seinen wenigen Messpunkten die Situation durchaus repräsentativ abbildet. Als Beispiel für hohe Schadstoffbelastung wird oft der LANUV-Messcontainer an der Corneliusstraße herangezogen.

Die WDR-Messungen zeigen, dass die Corneliusstraße kein Einzelfall ist, denn ähnlich hohe Werte haben wir an der Völklinger Straße und an der Dorotheenstraße gemessen. Das heißt: Wenn eine Straße stark befahren und dicht bebaut ist, sind höchstwahrscheinlich auch die Stickoxidwerte hoch.

Die Messungen zeigen außerdem, dass schon 150 Meter von der Corneliusstraße entfernt die Werte stark abnehmen - bei den WDR-Messungen von Werten zwischen 39 und 45 ug/m³ auf 28 bis 31 ug/m³. Auch in Parks, die in der Nähe befahrener Straßen sind, ist die Belastung eher niedrig.

Keine Auffälligkeiten am Rhein

Wir haben auch an zehn Stellen am Rheinufer gemessen um festzustellen, welche Rolle der Schiffsverkehr in Düsseldorf für die Luftqualität spielt. Im Durchschnitt lag der Wert bei 26,20 ug/m³ Luft. Im März hatte der Schiffsverkehr somit keinen direkten Einfluss auf eine hohe Stickoxid-Belastung.

Überraschend sei das nicht, mein Atmosphärenforscher Robert Wegener. Das Rheinufer ist wenig bebaut, die Schadstoffe können sich so verteilen. Und tragen allenfalls zur generellen Hintergrundbelastung in Düsseldorf bei.

Stand: 02.05.2018, 06:00