#abgasalarm: Reaktionen - das sagen die Behörden

Illustration: Schild Fahrverbot für Kfz mit qualmendem Auspuff

#abgasalarm: Reaktionen - das sagen die Behörden

Düsseldorf drohen Fahrverbote, weil die Stickoxid-Werte zu hoch sind. Dass es sich um kein punktuelles Problem handelt, hat die WDR-Messaktion gezeigt. Was sagen die Behörden dazu?

Stadt Düsseldorf

Nach einem Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts drohen Düsseldorf als erster Stadt in Deutschland Fahrverbote, weil die Grenzwerte für Stickoxide an einigen der acht offiziellen Messstellen regelmäßig überschritten werden. Die Ergebnisse des WDR deckten sich weitestgehend mit denen der offiziellen Stellen, so ein Sprecher. "Im Ergebnis zeigen die Messungen des WDR, dass auf die behördlichen Messungen Verlass ist, da damit die Luftbelastungen zutreffend dargestellt sind."

Archiv:  Eine Messstation. Erfassung der Schadstoffbelastung der Luft

Offizieller Messcontainer des LANUV NRW.

Eine Ausweitung des Messnetzes halten die Behörden der Landeshauptstadt für nicht notwendig: Der Fokus solle nicht auf einem weiteren Erkenntnisgewinn liegen, "sondern auf Ergreifung und Durchführung geeigneter Maßnahmen zur Reduzierung der Luftbelastung". Derzeit erarbeitet die Bezirksregierung einen neuen Luftreinhalteplan für Düsseldorf, der im Sommer 2018 vorgelegt werden soll.

Um die Luftqualität zu verbessern, setzt die Stadt eher auf langfristige Maßnahmen:

  • Stärkung des ÖPNV
  • Stärkung des Radverkehrs
  • Einrichtungen für die Versorgung mit Landstromung für Schiffe
  • Erneuerung der Busflotte
  • Umrüstung des städtischen Fuhrparks
  • Öffentlichkeitsarbeit

Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV)

Das LANUV betreibt die Messstationen für die Luftqualität im Land NRW, wertet die Messungen aus und stellt sie der Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Behörde sieht sich durch die Ergebnisse der #abgasalarm-Aktion bestätigt. Die Daten deckten sich grundsätzlich mit langjährigen Erkenntnissen durch die behördlichen Messstellen des LANUV und der Stadt Düsseldorf, sagte eine Behördensprecherin am Mittwoch (02.05.2018).

Allerdings sei eine "detaillierte Beurteilung" der WDR-Messdaten aufgrund unterschiedlicher Methodik nicht möglich. Das betreffe "insbesondere den Vergleich dieser Monatsmittelwerte mit dem auf den Jahresmittelwert abgestellten Grenzwert".

Insgesamt gibt es in Düsseldorf acht Messstationen, zwei große, an denen ein Stundenwert gemessen wird. An sechs weiteren Messstellen verwendet das LANUV die gleichen Passivsammler, die auch der WDR für die Messaktion verwendet hat. Auch die Auswertung fand im gleichen Labor statt. Einzige Unterschiede: Die offiziellen LANUV-Röhrchen befinden sich in einem Wetterschutzgehäuse. Außerdem werden sie monatlich ausgewechselt, so dass das LANUV einen Mittelwert über das ganze Jahr errechnen kann.

Stand: 02.05.2018, 16:14