Warum Diesel so schlecht für unsere Luft sind

Archiv: Smog über Brüssel

Warum Diesel so schlecht für unsere Luft sind

Was macht Stickoxide so problematisch? Wie ist es um unsere Luftqualität bestellt? Und was sagen Grenzwerte aus?

Luftqualität geht jeden an - denn wir alle atmen die Luft ein, können aber auch selbst dazu beitragen, dass sie weniger verschmutzt wird.

Wo liegen die Grenzwerte bei Stickoxiden und was sagen die aus?

Die europaweit geltenden Grenzwerte für Stickoxide sind im Bundes-Immissionsschutzgesetz festgelegt. In der Außenluft darf der Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nicht überschritten werden. Außerdem darf der Stunden-Mittelwert von 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nicht mehr als an 18 Tagen im Kalenderjahr überschritten werden. Für einige Arbeitsplätze gelten zum Teil höhere Grenzwerte.

Grenzwerte sind nur bedingt aussagekräftig. Experten gehen davon aus, dass es keinen Wert für Luftschadstoffe gibt, unter dem die Belastung gesundheitlich unbedenklich ist. Daraus folgt aber auch: wenn man die Belastung reduziert - auch nur gering - reduziert das den möglichen gesundheitlichen Schaden. Feinstaub beispielsweise ist in allen Konzentrationen ein Risiko.

Teilweise weichen die Empfehlungen der WHO (Weltgesundheitsorganisation) für Luftschadstoffe von den in der EU gültigen Grenzwerten ab. Das liegt daran, dass die EU-Grenzwerte immer eine Abwägung zwischen Gesundheitsschutz und politischer Machbarkeit sind. Zudem sind in der EU die Belastungen sehr unterschiedlich: So ist Deutschland führend bei der NO2-Belastung, Polen liegt hingegen vorn beim Feinstaub.

Was macht Diesel so problematisch?

Die meisten Dieselmotoren stoßen mehr Stickoxide (NOx) aus als Benziner. Zwar entsteht auch im Benzinmotor das Reizgas, aber durch die eingebauten Katalysatoren werden diese in andere Stoffe umgewandelt. Es gibt auch moderne Dieselmotoren, in denen durch Harnstoff das NO2 umgewandelt wird. Allerdings sind nicht alle Motoren so eingestellt, dass dies auch effektiv geschieht. Benziner stoßen zwar weniger NO2 aus, dafür aber mehr Kohlendioxid (CO2) - sie sind also klimaschädlicher als Dieselmotoren. Ein umweltfreundliches Auto gibt es nicht.

Hat sich die Luft verschlechtert?

Die Belastung mit Stickoxiden ist im 2017 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen, das haben die Auswertungen der Messergebnisse durch das Umweltbundesamt (UBA) ergeben. Das gilt vor allem für den bundesweiten Durchschnittswert in städtisch-verkehrsnahen Gebieten - dort also, wo besonders viele Menschen wohnen. Zwar liegt der Durchschnitt inzwischen unter dem Grenzwert von 40 Mikrogramm/Kubikmeter Luft. Allerdings gibt es immer noch viele Städte und Messpunkte, an denen die Grenzwerte nicht eingehalten werden.

Insgesamt ist der Ausstoß von Stickoxiden im Straßenverkehr seit dem Jahr 1990 stark zurückgegangen - allerdings bezieht sich das auf die Emissionen insgesamt. Problematisch bleiben die Stickoxide lokal: dort, wo viel Verkehr ist und wo viele Menschen wohnen, ist die Belastung an vielen Stellen weiterhin besonders hoch und liegt oberhalb der Grenzwerte.

Stand: 21.02.2018, 01:00