Wie die NRW-Städte für bessere Luft sorgen wollen

Wie die NRW-Städte für bessere Luft sorgen wollen

Von Peter Schneider

  • Städte erhalten erste Auszahlungen aus dem Sofortprogramm des Bundes
  • Keine unmittelbaren Effekte wegen langen Vorlaufs
  • Verbesserung des ÖPNV steht meist im Vordergrund der Pläne

Zwölf Millionen Euro hat der Bund bislang deutschlandweit an 60 Städte aus dem Sofortprogramm ausgezahlt. In NRW erhielten 18 Städte eine Förderzusage - im Schnitt über etwa 200.000 Euro. Das reicht für ein Konzept zur Reduzierung von Emissionswerten, doch große Sprünge können die Kommunen damit erstmal nicht machen.

Düsseldorf: Masterplan und 72 Einzelprojekte

In Düsseldorf soll mit bis zu 226.000 Euro ein "Masterplan für die Gestaltung nachhaltiger und emissionsfreier Mobilität" erstellt werden, teilt ein Sprecher der Stadt mit. Darüber hinaus überlege man, weitere Fördermittel aus dem Sofortprogramm abzurufen. Der aktuell gültige Luftreinhalteplan von 2013 listet immerhin 72 Projekte auf, "an deren Umsetzung kontinuierlich gearbeitet wird", so der Sprecher.

Diesel-Serie (1/6): Düsseldorf will kein Fahrverbot

WDR 5 Morgenecho - Serie | 19.02.2018 | 03:53 Min.

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Dortmund: Elektromobilität und Digitalisierung

Auch in Dortmund ist das Geld aus Berlin willkommen. 100.000 Euro gab's auch hier zunächst für die Erstellung eines Masterplans, der auf dem "Masterplan Mobilität 2030" aufsetzen soll.

Das Ziel in Dortmund: Ende Juli 2018 sollen die ersten Förderanträge für konkrete Projekte mit dem Schwerpunkt Digitalisierung und Elektromobilität gestellt werden.

Bonn: Parkleitsystem und kommunale Fahrzeugflotte

Die Stadt Bonn hat vom Bund 91.630 Euro für einen Masterplan erhalten. Konkret in Planung befinden sich nach Angaben der Stadt derzeit die Erstellung eines neuen, digital vernetzten Parkleitsystems, die Nachrüstung von Dieselbussen sowie die Elektrifizierung des kommunalen Fuhrparks.

Es werde permanent geprüft, für welche Maßnahmen Mittel aus den elf Förderprogrammen in Anspruch genommen werden können. Ganz trivial ist das allerdings nicht, zumal auch die Förderbedingungen für die Programme noch nicht ganz klar sind.

Schnelle Effekte wird es wohl nicht geben

Das bestätigt auch Peter Queitsch, Hauptreferent für Umweltschutz beim Deutschen Städte- und Gemeindebund in NRW. Er hält sehr schnelle Effekte aus dem Sofortprogramm für unwahrscheinlich. Neben unklaren Förderrichtlinien gibt es dafür auch ganz konkrete Gründe: "Es gibt keine Elektrobusse von der Stange."

Es sei aber vor allem wichtig, den ÖPNV in den Städten attraktiver zu machen, "damit der Individualverkehr zurückgefahren werden kann", so Queitsch.

Stand: 22.02.2018, 06:30