Tag des Händewaschens

Frau wäscht sich mit fließendem wasser und Seife die Hände

Richtiger Schutz vor Infektionen

Tag des Händewaschens

Noch immer sterben jedes Jahr rund sechs Millionen Kinder unter fünf Jahren an Infektionskrankheiten wie Durchfall oder Lungenentzündung, weil sie sich nicht regelmäßig die Hände waschen. Deshalb soll der Tag des Händewaschens zur Aufklärung beitragen.

Der Tag des Händewaschens wurde von der Weltgesundheitsorganisation WHO und dem Kinderhilfswerk UNICEF ausgerufen. Er soll darüber aufklären, wie wichtig Händewaschen ist und richtet sich vor allem an Schwellen- und Entwicklungsländer. Bei uns liegen an fast jedem Waschbecken Seife und saubere Handtücher. "Nach der Toilette und vor dem Essen" - das lernen Kinder schon im Kindergarten. Auch können Krankheiten wie Durchfälle und Atemwegserkrankungen - anders als in den Entwicklungsländern - hier gut behandelt werden. Ungeachtet dessen könnten etliche Ansteckungen auch bei uns vermieden werden, denn viele nehmen es mit dem Händewaschen nicht so genau.

Bakterien liegen auf der Hand

Versteckte Kameras in Toilettenwaschräumen belegen: Viele Menschen - besonders viele Männer - waschen sich die Hände nicht mit Seife, nicht gründlich genug oder überhaupt nicht. Laut Experten sind jedoch 20 bis 30 Sekunden Händewaschen mit Seife nötig, um die Keime abzutöten. Auf der Hand können 150 verschiedene Bakterienarten leben. Auf der rechten Hand sammeln sich andere als auf der linken. Auf Frauenhänden teilweise andere als auf Männerhänden. Vielleicht weil sie mehr Creme benutzen, längere Fingernägel tragen und ihre Haut ein wenig anders ist.

Wo lauern die meisten und gefährlichsten Keime?

Toilettensitze sind nicht so stark mit Keimen belastet, wie häufig vermutet wird. Viel kritischer sind die Türklinken. Die sollte man nach dem Händewaschen vielleicht mit einem Papier anfassen. Haltestangen in Bus und Bahn dagegen sind auch weniger bedenklich, als viele meinen, denn auf der glatten Oberfläche können sich Bakterien nicht so gut vermehren. Wohl aber in plüschigen Sitzbezügen. Zu Hause vermehren sich Keime besonders gut in Küchenwaschbecken, Spültüchern und Spülschwämmen.

Hatschi! Der Mensch als Keimschleuder

Bei uns ist es üblich, sich beim Niesen eine Hand vor Mund und Nase zu halten. Das ist keine gute Idee. Die Speicheltröpfchen verteilen sich dann zwar nicht so weit in der Luft, bleiben aber an der Hand hängen. Will man Erkältungsviren nicht weiter verbreiten, sollte man sich unbedingt nach dem Niesen die Hände waschen. Fasst sich der nächste, dem man die ungewaschene Hand gegeben hat nämlich ins Gesicht, berührt Nase oder Auge, werden die Viren übertragen. Man steckt sich nicht an, weil man etwa kalte Füße hatte, sondern weil Erkältungsviren an die Schleimhäute gelangen konnten.

Hände weg! Alternativ Niesen und Begrüßen

Amerikaner halten sich beim Niesen die Ellenbeuge oder den Ärmel vor Mund und Nase. Eine elegante und wenig ansteckende Methode in der Erkältungszeit. Noch wirksamer ist es, sich bei der Begrüßung gar nicht erst die Hand zu geben. Das ist nicht unhöflich, wenn man es freundlich erklärt. Sogar bei einer französische Begrüßung "Ein Küsschen links - ein Küsschen rechts" werden kaum Erkältungsviren übertragen, so lange sich die Nasen nicht berühren. Von "Nasenküssen", wie sie Inuit in der Arktis pflegen, wird also abgeraten. Zumindest, wenn man erkältet ist.

Stand: 15.10.2015, 11:42