Service Tier - Gefahr durch Zecken

Einem Hund wird eine Zecke entfernt

Service Tier - Gefahr durch Zecken

Von Alexandra Rank

Wenn die Tage länger und schöner werden, zieht es uns nach draußen. In Gras und Gebüsch lauern allerdings auch winzige Parasiten: Zecken sind immer auf der Suche nach Blut. Beim Beißen übertragen sie Krankheiten.

Der Mensch kann sich mit langer Kleidung aktiv gegen Zecken schützen, bei Haustieren funktioniert das nicht: Vor allem Hunde, Katzen und Kaninchen, die ins Freie dürfen sind als Wirte bei Zecken begehrt. Die Vierbeiner halten ihre Nasen dicht am Boden und lieben es unter Bäumen oder Sträuchern entlang zu laufen und natürlich durchs Gras. Zecken sitzen auf Grashalmen oder Blättern und krabbeln bei Berührung ins Fell - auch wenn sie dafür vielleicht Monate warten müssen.

Übertragung von Borreliose und FSME

Zecken sind nicht nur lästig, sondern gehören mit zu den größten Krankheitsüberträgern. Mehr als 50 verschiedene Krankheiten sind bekannt. Beispielsweise die Frühsommermeningitis, auch FSME genannt, und die längst nicht mehr nur durch Zecken in Süddeutschland übertragen wird - oder auch Borreliose, gefährlich für Mensch und Tier gleichermaßen.

Zecken entfernen

Auch wenn eine Zecke schon saugt, sollte sie umgehend entfernt werden, denn die Übertragung der Krankheitserreger erfolgt erst einige Stunden nach dem Ansaugen. Dazu wird die Zecke am besten mit einer speziellen Zeckenzange umfasst, möglichst dicht an der Haut des Wirtes und nah an den Mundwerkzeugen der Zecke. So ist die Chance am größten, dass kein Körperteil im Wirt zurückbleibt.

Die Zeckenzange wird dann langsam aber beständig gedreht, bzw. hin-und hergedreht, so dass sich die Zecke irgendwann von alleine aus der Haut zurückzieht. Man kann die Zecke auch mit einer Zecken-Karte oder notfalls mit einer einfachen Plastikarte (Monatskarte, Bankkarte) rausschieben. Hauptsache raus! Und dabei nicht quetschen, damit keine Sekrete aus der Zecke in den Wirt gelangen.

Nicht ins Klo

Die immer noch lebende Zecke sollte nicht in der Toilette heruntergespült werden. Das kann der robuste Parasit durchaus überleben. Man sollte ihn lieber zuverlässig töten. Nicht allerdings, solange er noch im Wirt steckt: Das Beträufeln einer beißenden Zecke mit Öl oder Klebstoff sorgt dafür, dass die Zecke im Todeskampf schnell Speichel und damit mögliche Krankheitserreger in die Wunde abgibt.

Zecken verhindern

Halsbänder mit einer speziellen Substanz vermeiden, dass Zecken sich Hunde oder Katze als Wirt aussuchen. Die Halsbänder sondern einen Wirkstoff ab, der die Parasiten vertreibt. Deswegen sollen Menschen die Halsbänder nicht anfassen. Halsbänder als Zeckenschutz sind in Haushalten mit Kindern daher eher ungeeignet. Bei Freigängerkatzen besteht zudem das Risiko, dass sie mit dem Halsband an einem Ast hängenbleiben.

Auch für Hunde, die oft baden, ist anderer Zeckenschutz empfehlenswerter. Die Halsbänder sollten vor dem Baden abgenommen werden. Nicht nur, weil sich der Schutzzeitraum sonst verkürzt, sondern auch, weil die Substanz nicht in freie Gewässer kommen sollte.

Wirkung von Innen

Einfacher in der Handhabung ist der Schutz von Innen: Hund oder Katze bekommen entweder eine Flüssigkeit im Nacken aufgetragen, ein sogenanntes Spot-On-Präparat, oder schlucken eine Tablette. Darin enthalten sind Substanzen, die für mehrere Wochen in das Blut des Haustieres übergehen. Was dem Haustier nicht schadet, endet für eine blutsaugende Zecke tödlich.

Präparate teils lebensgefährlich für Katzen

Für Hunde und Katzen gibt es unterschiedliche Spot-On-Präparate mit verschiedenen Wirkstoffen. Während allgemein viele Medikamente für Katzen und Hunde gleichermaßen gut verträglich sind, dürfen Katzenbesitzer auf keinen Fall Spot-On-Präparate für Hunde verwenden. Katzen vertragen manche Wirkstoffe nicht: Das falsche Präparat kann tödlich sein.

Geldmacherei ohne Wirkung

In mancher Haustierrunde gilt Bernstein – zum Beispiel an einer Kette – als natürliches und vermeintlich effektives Mittel gegen Zecken. Für die Wirkung von Bernstein gibt es aber keine wissenschaftlich fundierte Studie.

Auch von Kokosnussöl raten Tierärzte ab: Da das Fell des Tieres komplett eingerieben wird, bekommt die Hundenase den Geruch intensiv und über viele Tage hinweg ab. Für Hunde, deren Geruchssinn um ein vielfaches sensibler ist als beim Menschen, ist das eine Qual.

Auch Schwarzkümmel-Öl schreibt man eine zeckenvertreibende Wirkung zu. Das Öl wird in das Futter gemischt und wirkt von innen. 2014 präsentierte ein Schüler aus Bayern für Jugend forscht seine Ergebnisse zum Schwarzkümmel-Öl in einer Mini-Studie.

Redaktion:
Detlef Reepen


Service Tier ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Leonardo. Zu hören montags zwischen 16 und 17 Uhr.

Stand: 23.05.2016, 11:00