Welttierschutztag: Tierheime brauchen Hilfe

Hund in einem Tierheim

Welttierschutztag: Tierheime brauchen Hilfe

Der 4. Oktober, der Tag des Heiligen Franziskus von Assisi, wird international von Tierschützern als "Welttierschutztag" für Informationsveranstaltungen genutzt. Im Fokus des Deutschen Tierschutzbundes sind Tierheime.

Durchschnittlich 182 Tiere muss jedes Tierheim in Deutschland versorgen - vor allem Katzen, Hunde und Kleintiere. Dabei gehe es nicht nur um eine warme Unterkunft und Zuwendung, so Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund: "Tierheime versorgen und kastrieren freilebende Katzen, nehmen auch Hunde aus illegalem Welpenhandel auf. Und es ist einfach ganz viel ehrenamtliches Engagement in den Tierheimen." Futter, Tierarzt, Personal, Erhaltung des Gebäudes oder die Heizung verursachen hohe Kosten und bringen die Tierheime an ihre Grenzen. Laut Deutschem Tierschutzbund kämpfe jedes zweite Tierheim um seine Existenz.

Geschichtliches

Seit 1931 wird der 4. Oktober, der Tag der Heiligsprechung von Franz von Assisi, als Welttierschutztag begangen. Beschlossen hatte das der internationale Tierschutzkongress von Florenz auf Vorschlag des jüdischen Schriftstellers und Tierschützers Heinrich Zimmermann (1887 - 1942). Franz von Assisi (1182 – 1226) - Begründer des Ordens der Franziskaner und Schutzpatron der Tiere - sah das Tier als lebendiges Geschöpf Gottes und als Bruder des Menschen an. Assisi-Zitat: "Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir, alle Geschöpfe streben nach Glück wie wir. Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir, also sind sie uns gleich gestellte Werke des allmächtigen Schöpfers - unsere Brüder."

Kommunen in der Pflicht

Hund in einem Tierheim

Schuld seien die Kommunen, so Schmitz, die die Betreuung von Fundtieren auf die Tierheime übertragen, obwohl das eine kommunale Pflichtaufgabe sei. "Man kann sagen, dass rund 80 Prozent der Aufgaben von Tierheimen für die öffentliche Hand übernommen werden. Erstattet werden aber nur rund 20 Prozent der Kosten", so Schmitz. Die restlichen Kosten tragen die Tierheime selbst durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Rücklagen zu bilden, sei deswegen so gut wie unmöglich.

50 Millionen Euro für dringende Maßnahmen

Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes

Thomas Schröder

Neben der dringenden Klärung was die Kostenerstattungen für Fundtiere und Tierschutzaufgaben betrifft, fordert der Deutsche Tierschutzbund einen Sonderinvestitionstopf von einmalig 50 Millionen Euro für dringende Maßnahmen in den Tierheimen. "Angesichts von 300 Millionen Euro Einnahmen jährlich an Hundesteuer kann das für die Kommunen keine Überforderung sein. Schließlich sind die notwendigen Investitionen Folge von Gesetzen und auch die bittere Folge, dass die Kommunen die Tierheime haben ausbluten lassen", sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. "Und wenn die Kommunen es nicht alleine schaffen, dann müssen die Länder und der Bund mitziehen. Wir haben schließlich den Schutz der Tiere im Grundgesetz."

Stand: 04.10.2016, 06:45