Steigende Wasserpreise durch Nitratverschmutzung?

Ein Wasserglas läuft voll

Steigende Wasserpreise durch Nitratverschmutzung?

Immer häufiger gelangt Nitrat in unser Grundwasser - und belastet damit auch das Trinkwasser. Laut eines am Donnerstag (19.01.2017) vorgestellten Gutachtens der Energie- und Wasserwirtschaft könnte das die Peise enorm erhöhen.

Die Preise für Trinkwasser könnten in manchen Regionen des Landes wegen starker Nitratbelastung der Böden massiv ansteigen. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten des BDEW (Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft). Der Verband sagt einen Kostenanstieg für Trinkwasser von bis zu 62 Prozent voraus. Der Preisanstieg hänge jedoch von der jeweiligen Nitratbelastung der Region ab, hieß es weiter.

Grund für einen möglichen Preisanstieg

Wenn die Nitratbelastung des Grundwassers dauerhaft sehr hoch sei, könne es passieren, dass die bisherigen Maßnahmen zur Reinigung des Trinkwassers in einer Region nicht mehr ausreichen. Dann müssten Anlagen gebaut werden, die eine Reinigung mit Mikroorganismen (Denitrifizierung) möglich machen - und das sei teuer. Ein konkreter Zeitraum für den möglichen Preisanstieg wurde nicht genannt.

188 von 6.000 Wasserversorgern befragt

An der Untersuchung des BDEW nahmen 188 Unternehmen teil, zwei Drittel davon gaben an, dass mindestens in einem ihrer Wassergewinnungsgebiete eine problematische Nitratbelastung vorliege. Die Ergebnisse der Befragung wurden in dem Gutachten hochgerechnet. Bundesweit gibt es laut Verband rund 6.000 Wasserversorger. Eine genauere regionale Analyse plant das Umweltbundesamt. Das Ergebnis soll einem Sprecher der Behörde zufolge in etwa zwei Monaten vorliegen.

Nitratbericht des Umweltministeriums

Auch die Bundesregierung sieht Handlungsbedarf beim Thema Nitrat. Im Anfang Januar vom Bundesumweltministerium vorgestellten Nitratbericht heißt es, dass der zulässige Grenzwert zwischen 2012 und 2014 bei 28 Prozent der Messstellen überschritten wurde. Der gesetzliche Grenzwert liegt bei 50 mg/l. Die Bundesregierung plant eine Verschärfung der Düngeverordnung. Grundlage dafür ist eine Änderung des Düngegesetzes.

EU rügt Deutschland

Die EU-Kommission hatte Deutschland schon im November wegen zu hoher Nitratwerte vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) verklagt. Als Hauptursache gilt ein übermäßiger Einsatz von Gülle und stickstoffhaltigem Dünger auf den Äckern. Wo intensive Landwirtschaft betrieben wird - etwa in bestimmten Regionen von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen - ist die Nitratbelastung am höchsten.

Stand: 19.01.2017, 11:50