Tag des Bodens: Wissenswertes zum Erdreich

Tag des Bodens: Wissenswertes zum Erdreich

Von Susanne Schnabel

Wir treten ihn mit Füßen, oft auch im übertragenen Sinne: den Boden. Die lebenswichtige Ressource ist durch viele Faktoren gefährdet. Eine kleine Bodenkunde am internationalen Tag des Bodens.

Eine ausgezogene Lavendelpflanze mit einem Erde-Sand-Gemisch

Der Weltbodentag wurde 2002 beim Weltkongress der Internationalen Bodenkundlichen Union ins Leben gerufen. Seitdem machen am 5. Dezember zahlreiche Aktionen weltweit auf die lebenswichtige Bedeutung der Böden aufmerksam.

Der Weltbodentag wurde 2002 beim Weltkongress der Internationalen Bodenkundlichen Union ins Leben gerufen. Seitdem machen am 5. Dezember zahlreiche Aktionen weltweit auf die lebenswichtige Bedeutung der Böden aufmerksam.

Am Weltbodentag kürt ein Kuratorium, dem unter anderem das Umweltbundesamt angehört, den Boden des Jahres. 2018 ist es der Alpine Felshumusboden. Er spielt eine wichtige Rolle in den Hochlagen des Alpenraums, weil er Erosionsprozesse mildert.

In einer Handvoll Erde finden sich oft mehr Lebewesen als Menschen auf der Erde leben. Laut Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe enthält ein Quadratmeter fruchtbarer Boden zwischen 2,5 Billionen und 1,6 Billiarden Bodenlebewesen – und das in den ersten 30 Zentimetern Tiefe.

Vor 13.000 Jahren begann der Mensch, den Boden zu bestellen. Die landwirtschaftliche Nutzfläche in Deutschland beträgt heute rund 45 Prozent an der Gesamtfläche (16,7 Millionen Hektar). Ähnlich sieht es in NRW aus: Fast die Hälfte unserer Landesfläche dient laut Landesumweltministerium dem Anbau von Pflanzen für Ernährung, Futter, Zierpflanzen oder nachwachsende Rohstoffe.

Im Detail: Die landwirtschaftliche Fläche in NRW von 1,45 Millionen Hektar wird zu 72 Prozent als Ackerland, zu 27 Prozent als Grünland und zu knapp 1 Prozent für Dauerkulturen, also mehrjährige Nutzpflanzen wie Obstbäume, genutzt. In NRW haben neben Getreide vor allem der Anbau von Gemüse und Kartoffeln eine große Bedeutung.

Die Pflanzen auf den Feldern sind aber nicht nur für den Menschen. Der Futteranbau nimmt rund 60 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche ein. In NRW gibt es fast 47.000 Unternehmen, die Futtermittel herstellen, verarbeiten oder in den Handel bringen.

Neben der landwirtschaftlich genutzten Fläche gibt es auch zahlreiche Privatgärten und etwa 118.000 Kleingärten in NRW, in denen private Gärtner den Boden fruchtbar machen und unter anderem Gemüse, Obst oder Zierpflanzen anbauen.

Ernte auf Reisen: Deutschland ist weltweit zweitgrößter Importeur landwirtschaftlicher Produkte, aber nur viertgrößter Exporteur. Umweltexperten der Vereinten Nationen haben errechnet, dass die Europäer mehr als doppelt so viel Ackerfläche global nutzen wie ihnen statistisch gesehen zusteht.

Teilt man die Ackerfläche der Erde durch die Zahl ihrer Bewohner, ergibt das etwa 2.000 Quadratmeter pro Person. Zu wenig! Bereits heute leiden nach Schätzung der Uno 868 Millionen Menschen unter Hunger und Mangelernährung. Und die Weltbevölkerung wächst. Forscher haben berechnet: Wenn sich neun Milliarden Menschen so ernähren wie die Bewohner der Industrienationen, bräuchten wir fast doppelt soviel Ackerland wie es heute verfügbar ist.

Eine wichtige Rolle spielt auch das Wasser. Wie ein Schwamm speichert der Boden in seinen Poren Regenwasser. Je nach Bodenart, Humusgehalt und Bewuchs kann er bis zu 200 Liter Niederschlag pro Quadratmeter und einem Meter Tiefe aufnehmen.

Asphalt kann das nicht! Etwa 13 Prozent der Fläche in Deutschland ist bereits versiegelt. Täglich werden in NRW Freiflächen in einer Größenordnung von 14 Fußballfeldern für Siedlungs- und Verkehrszwecke in Anspruch genommen.

Böden sind nach den Ozeanen der größte Kohlenstoffspeicher der Erde. Sie enthalten 1.500 Gigatonnen Kohlenstoff. Außerdem nimmt der Boden 20 Prozent der weltweit von Menschen verursachten C02-Emissionen auf.

Durch Erosion gehen weltweit jährlich 24 Milliarden Tonnen fruchtbare Humusschicht verloren. Die Erde wird von starkem Regen weggespült oder vom Wind verweht. Verantwortlich ist nicht nur das Wetter, sondern oft eine falsche Bodenbearbeitung.

Der "Tag des Bodens" soll uns die Bedeutung und die aktuelle Gefährdung der knappen Ressource Boden nahebringen und unser Bewusstsein dafür stärken. Was jeder Einzelne für die Haut unserer Erde machen kann, findet sich in den Links - siehe unten - vom Landesumweltamt, dem BUND und auf der Homepage zum Weltbodentag.

Stand: 05.12.2017, 13:37 Uhr