Service Umwelt - Unkraut entfernen ohne Gift

Frau entfernt Unkraut mit einem Fugenkratzer

Service Umwelt - Unkraut entfernen ohne Gift

Regen ist in diesem Sommer schon im Überfluss gefallen, mehr oder weniger warm ist es dabei auch – ideales Wachswetter für viele Pflanzen. Am meisten fällt das bei denen auf, die eher unerwünscht sind: bei Löwenzahn und Co.

Wer Terrasse, Einfahrt oder Gehweg von Unkraut freihalten will, hat nun alle Hände voll zu tun. Und das ist genauso gemeint, denn Gift als bequemer Helfer scheidet aus. Egal um welchen Wirkstoff es sich handelt: Auf befestigten Flächen ist alles tabu. Was bleibt ist die mehr oder weniger kraftraubende Arbeit mit unterschiedlichen Hilfsmitteln.

Motorisierte Helfer

Abflammgerät mit Gaskartusche, Infrarotgerät, elektrische Fugenbürste – verschiedene Geräte erleichtern die Unkrautbekämpfung auf befestigten Flächen. Sie kosten zwischen 30 und 130 Euro. Wer ein Abflammgerät benutzt, sollte es im Zeitlupentempo über die Pflanzen führen. Das Eiweiß in den Zellen gerinnt, auch wenn die Pflanzen zunächst noch etwas grün aussehen. Die Zellen zerplatzen und sterben ab, auch wenn die Pflanze nicht brennt oder verkohlt. Infrarotgeräte mit Glühgitter arbeiten nach demselben Prinzip. Wer zum ersten Mal eins der beiden thermischen Verfahren einsetzt, sollte allerdings darauf vorbereitet sein, dass die Wärme die Samen in den Fugen zunächst zum Keimen anregt, das Unkraut also erst mal stärker nachwächst. Durchhalten und dran bleiben - ein nachhaltiger Erfolg stellt sich nach der zweiten oder dritten Behandlung ein.

Geräte ohne Motor

Fugenbürste, Fugendorn und klassischer Unkrautkratzer mit oder ohne langen Stiel leisten auch gute Dienste und kosten nur zwischen 7 und 20 Euro. Allerdings ist die Angelegenheit ziemlich kräftezehrend und schweißtreibend. Egal welches Verfahren ausgesucht wird: Alle paar Wochen muss das Säubern wiederholt werden; häufiger in einem feuchten Sommer wie diesem, seltener in einem trockenen.

Alle Chemikalien sind tabu

Terrassen, Gehwege, Zufahrten – auf allen befestigten Flächen dürfen grundsätzlich keine Chemikalien zum Bekämpfen von Unkraut verwendet werden. Weder Präparate auf Basis von Glyphosat noch solche mit Pelargonsäure. Sie kommt zum Beispiel in Ölen und Storchschnabelgewächsen vor. Verstöße gegen das Herbizidverbot können mit einem Bußgeld in Höhe von mehreren 10.000 Euro geahndet werden. Hintergrund für das Verbot, diese Wirkstoffe auf befestigten Flächen einzusetzen, ist der Trinkwasserschutz. Von Gehwegen und gepflasterten Einfahrten fließt die Chemikalie mit dem Regen ab, wird in den Gulli gespült und gelangt schließlich über Bäche und Flüsse ins Trinkwasser. Wasserwerke haben große Probleme, solche Stoffe wieder zu entfernen. Auf Beeten oder Rasenflächen ist das anders. Die Rückstände der Pflanzenbehandlungsmittel versickern im Boden, einem großen Mikrokosmos mit Würmern, Asseln und Bakterien, die die Chemikalien abbauen.

Problembelag Kies

Kiesflächen als Terrassenbefestigung oder Garagenzufahrt stellen eine besondere Herausforderung dar. Kiesflächen sollten nur in Sonnenlagen angelegt werden und mit Unkrautschutz und Wasserablauf versehen sein. Denn auch auf Kiesflächen dürfen keine Chemikalien eingesetzt werden. Gegen Löwenzahn und Co hilft Abflämmen. Moos bekommt man damit aber nicht weg. Dagegen hilft nur, den Kies von Zeit zu Zeit auszutauschen und die Fläche bei dieser Gelegenheit zu reinigen.

Hausmittel gegen Unkraut

Bis auf heißes Wasser sind alle Hausmittel gegen Unkraut verboten, auch selbstgemachte Zubereitungen mit Essig oder Salz. Auch sie schaden der Umwelt.

Stand: 15.07.2016, 14:33