Service Tier - Bienen als "Haustiere"

Bienen fliegen in Frankfurt am Main (Hessen) zurück zu ihrem Stock auf dem Lohrberg im Norden der Stadt.

Service Tier - Bienen als "Haustiere"

Von Alexandra Rank

Bienen verorten viele aufs Land. Schließlich gibt es dort Wiesen, Blüten und Platz für Bienenvölker. Dabei fühlen Bienen sich auch in der Stadt wohl und immer mehr Menschen wollen Hobby-Imker werden.

Bienen in der Stadt kein Widerspruch

Stadtimkerin inspiziert die Raehmchen ihrer Bienenstoecke auf dem Dach eines Restaurants.

Imkern auf dem Dach - bis zu 15 Kilogramm Honig im Jahr...

Auch wenn es auf dem Land grüner ist – Pestizide gibt es in der Stadt viel weniger. Selbst in einer Großstadt wie Köln kann der Honig eines Stadtimkers Bio-Qualität erreichen. Örtliche Imkervereine bieten Kurse an, in denen Einsteiger das notwendige Wissen über Bienen erhalten und auch erlernen, wie Honig gewonnen wird.

Bienenhaltung ist nicht nur im Garten oder Kleingarten sondern auch auf dem Balkon möglich – die Beute, also das Zuhause der Bienen, kann sogar von außen an die Brüstung gehängt werden. Ein kleines Bienenvolk erzeugt im Jahr rund 15 Kilogramm Honig.

Rechtliche Voraussetzungen

Wer Eigentum besitzt, dem kann die Bienenhaltung im moderaten Stil nicht verboten werden. Für Mieter gilt: Wenn Hunde oder Tauben als Haustiere erlaubt sind, dann dürfen auch Bienen angeschafft werden. Im Zweifel hilft vorab ein Gespräch mit dem Vermieter, in dem auch noch mal der Unterschied zwischen Wespen und Bienen erklärt werden kann oder, dass es äußerst friedliche Rassen gibt.

Kosten

Einen Bienenschwarm gibt es ab 50,- Euro. Dazu kommen Kosten für die Anschaffung der Imkerausrüstung und Beute von rund 1000,- Euro. Wer Mitglied im Imkerverein ist, bekommt nicht nur viele Tipps in der Anfangszeit oder fachkundige Hilfe bei Problemen, sondern kann in den Räumlichkeiten auch den Honig produzieren.

Persönliche Voraussetzungen

In seinem Garten

Kontrolle der Bienenvölker im eigenen Garten

Ruhe und Gelassenheit sind die wichtigsten Eigenschaften eines zukünftigen Imkers: Er sollte weder Angst vor Bienen noch vor eventuellen Stichen haben. Zwar stechen friedliche Rassen selten aber wenn, dann sollte man mit mehreren Stichen rechnen: Bienen setzen beim Stechen Pheromon-Marker, an denen sich nachfolgende Tiere orientieren: Sie fliegen zum vermeintlichen Feind und stechen ebenfalls zu.
Der zeitliche Aufwand ist für Hobby-Imker überschaubar. Im Sommer, der arbeitsintensiveren Zeit, sollten pro Volk ungefähr 15 Minuten in der Woche aufgebracht werden.

Schwarmrecht

Nicht nur schlechte Pflege, auch der Fortpflanzungsdrang im Sommer bringt Bienen zum Schwärmen. Sie verlassen ihre Beute und kommen unter Umständen nicht mehr zurück. Um ein Bienenvolk wieder einzufangen, gibt es im Bürgerlichen Gesetzbuch ein Schwarm-Verfolgungsrecht für Imker. Sie dürfen fremde Grundstücke betreten ohne sich des Hausfriedensbruchs schuldig zu machen.

Wer allerdings nicht unverzüglich die Verfolgung seines Bienenschwarms aufnimmt, verliert den Besitzanspruch: Die Tiere werden herrenlos und gehören demjenigen, der sie einfangen kann.

Redaktion:
Detlef Reepen

Service Tier ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Leonardo. Zu hören montags zwischen 16 und 17 Uhr.

Stand: 18.08.2016, 14:00