Service Sachbuch - "Saatgut" - Wer die Saat hat, hat das Sagen

Hellgrünes Buchcover mit weißem Schriftzug "Saatgut - Wer die Saat hat, hat das Sagen"

Service Sachbuch - "Saatgut" - Wer die Saat hat, hat das Sagen

Die Macht eines kleinen Samens besteht darin, zu einer großen Pflanze heranzuwachsen. Die Macht einiger großer Firmen besteht darin, die Kontrolle darüber zu haben. Dieses Buch bezieht klare Position gegen Saatgut als privates Eigentum.

Informationen zum Buch
Saatgut
Wer die Saat hat, hat das Sagen
Autorin: Anja Banzhaf
oekom verlag München, 272 Seiten
ISBN-13: 978-3-86581-781-5
19,95 €

Ernährung spielt in unserem Bewusstsein eine immer größere Rolle. Gesund soll unser Obst und Gemüse sein, bio und am besten aus regionalem Anbau. Doch dieser Blick auf unsere Nahrung bezieht sich in erster Linie auf das Endprodukt, das wir im Supermarkt kaufen. Das Buch "Saatgut" von Anja Banzhaf bringt den Leser dazu, schon einen entscheidenden Schritt früher anzusetzen. Dann, wenn die Gurke noch keine Gurke und die Tomate noch keine Tomate ist, sondern nur ein kleines unscheinbares Samenkorn. Mit dem Saatgut fängt alles an.

Vom Kulturgut zum Privateigentum

Und mit der Geschichte des Saatguts beginnt auch Banzhaf in ihrem Buch: Wann haben unsere Vorfahren bemerkt, dass sich Pflanzen kreuzen lassen, um besondere Eigenschaften zu züchten? Wie entwickelte sich der Handel mit Samen zu einem großen Geschäft? Und warum sollten wir das hinterfragen?

Besonders viel Aufmerksamkeit widmet Anja Banzhaf der Frage, wieso viele Sorten und damit große Mengen Saatgut heute in privater Hand sind. Wenige Konzerne weltweit haben die Macht über eine Reihe von bedeutenden Züchtungen. Wer bei ihnen das Saatgut für seine Felder kauft, muss es jedes Jahr aufs Neue tun. Ausführlich schildert die Autorin, was das für Bauern in verschiedenen Ländern bedeutet und positioniert sich klar gegen Saatgut als Privateigentum. Als Kulturgut der Menschheit sollte es allen frei zur Verfügung stehen.

Für Durchleser und Nachschlager

Gedacht ist das Buch sowohl für Neueinsteiger in das Thema als auch alte Hasen in der Welt des Saatguts. Wer schon alles weiß, kann Teile überspringen oder immer wieder mal an den richtigen Stellen nachschlagen. Wer es komplett durchliest, wird an einigen Stellen Wiederholungen bemerken und sich vielleicht manchmal durch die Quellenangaben im Fließtext gestört fühlen, aber trotzdem immer wieder Neues erfahren.

Die besondere Stärke des Buches ist, dass es auch nach dem Lesen noch neue Möglichkeiten eröffnet. Ausführlich stellt Banzhaf in ihrem Buch Initiativen und Vereine vor, die an einer neuen Saatgutsouveränität arbeiten, d.h. Sorten züchten, die sich immer weiter vermehren lassen und frei verfügbar sind. Auch Ideen zum Weiterlesen gibt Banzhaf mit auf den Weg. Man bekommt Lust, sich in der eigenen Region umzuschauen: Wer arbeitet hier an eigenem Saatgut? Und wie geht das eigentlich?

Redaktion:
Heiko Hillebrand

Stand: 04.04.2016, 15:37