NABU beklagt Vernichtung von Schwalben-Nistplätzen

Rauchschwalbe fliegt ihr Nest an

NABU beklagt Vernichtung von Schwalben-Nistplätzen

  • Schwalben kehren nach NRW zurück
  • Nistplätze sind selten
  • Bestände rückläufig

Die ersten Schwalben kehren aus Afrika nach Nordrhein-Westfalen zurück. Rauchschwalben seien bereits gesichtet worden, teilte der Naturschutzbund NABU am Freitag (05.04.2019) mit. Ende April würden auch die Mehlschwalben erwartet.

Sie legten Tausende Flugkilometer zurück, um ihre hiesigen Brutgebiete zu erreichen. Allerdings suchten sie oft vergebens nach den Nistplätzen vom Vorjahr, obwohl Schwalben und ihre Nester durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt seien.

Mangel an Lehm durch Versiegelung

Viele Viehställe seien in der Zwischenzeit verschwunden oder verschlossen, Nester von Wänden entfernt oder mit Netzen und Stacheln unerreichbar gemacht.

Auch Pfützen mit Lehm würden immer seltener auf gepflasterten Höfen und befestigten Wegen. Aus den Pfützen holen die Vögel das Baumaterial für ihre Nester in Scheunen, Schuppen, Ställen und Häusern.

Zu schaffen macht den Tieren zudem das Insektensterben, da sie von im Flug erbeuteten Fliegen und Mücken leben. Eine Grund für das Insektensterben ist aus Sicht des NABU die intensive und oft einseitige Landwirtschaft, die artenreiche Wiesen immer weiter schrumpfen lasse.

Schwalben auf der Roten Liste

Die Bestände von Rauch- und Mehlschwalben seien in NRW seit mindestens 30 Jahren stark rückläufig, beklagen die Naturschützer. Beide Arten stehen als gefährdet auf der Roten Liste. Der NABU ruft Umweltfreunde auf, Schwalben Nistmöglichkeiten zu bieten und "Lehmtankstellen" für ihren Nestbau zu erhalten.

Stand: 06.04.2019, 14:16