Außergewöhnliches Schmetterlingsjahr

Der Große Kohlweißling (Pieris brassicae) wurde dieses Jahr besonders häufig gezählt – der Mal häufiger als in den vergangenen Jahren.

Außergewöhnliches Schmetterlingsjahr

Von Britta Reinke

  • 2018: Deutlich mehr Schmetterlinge
  • Die Zahlen stammen von ehrenamtlichen Schmetterlings-Zählern
  • Trotzdem: Keine Trendwende beim Insektensterben

Es flattert so bunt wie selten auf Wiesen, an Waldrändern und in unseren Gärten. In diesem Sommer sind auffällig mehr Schmetterlinge zu beobachten. Der Große Kohlweißling kommt gleich dreimal so häufig vor, wie in den vergangenen  Jahren. Aber auch seltenere Arten lassen sich deutlich häufiger blicken. Sie tragen Namen wie Kleiner und Großer Eisvogel, Großes Ochsenauge, Kleiner Fuchs, Kaisermantel oder Gelbes Ordensband. Sowohl bundesweit, als auch in Nordrhein-Westfalen sind die Zahlen eindeutig.

Mögliche Gründe

Karl-Heinz Jelinek, erfahrener Schmetterlingskundler aus Köln, sagt, dass es für das Naturschauspiel vermutlich mehrere Gründe gibt: Die warme Witterung in den Monaten April und Mai, aber auch weniger natürliche Feinde. Schlupfwespen etwa, die ihre Larven sonst häufig in Schmetterlingsraupen einnisten, sind aufgrund der letzten schmetterlings-armen Sommer vorübergehend weniger geworden.

Warum gibt es dieses Jahr viele Schmetterlinge?

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft | 10.07.2018 | 07:53 Min.

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Ein Kaisermantel (Argynnis paphia).

Ein Kaisermantel (Argynnis paphia).

Bestgezählte Insekten Deutschlands

Schon jetzt kann auf Grundlage von Daten auf ein gutes Schmetterlingsjahr geschlossen werden, weil Schmetterlinge zu den bestgezählten Insekten in Deutschland gehören. Das „Tagfalter-Monitoring“ ist ein Bürgerwissenschafts-Projekt (Citizen-Science), das am Helmholtz Zentrum für Umweltforschung in Halle koordiniert wird.

Seit 2005 zählen freiwillige Hobby-Schmetterlingskundler deutschlandweit an circa 500 Orten alle tagaktiven Schmetterlings-Arten. Ziel ist es, mehr über die Tagfalter zu erfahren: Welche Arten werden seltener, welche breiten sich aus? Welche Lebensräume nutzen sie? Welche Faktoren bewirken Veränderungen bei der Bestandsentwicklung und Verbreitung?

Keine Trendwende

Solche besonderen Schmetterlingsjahre gibt es immer wieder. 2018 bedeutet also keine grundsätzliche Trendwende beim Thema Insektensterben. Generell können Gartenbesitzer das Vorkommen von Schmetterlings-Arten unterstützen, indem sie Wiesen so selten wie möglich mähen, denn Insekten brauchen Futterpflanzen.

Wenn erst nach dem Verblühen der Schmetterlingsblumen wie Salbei, Flockenblume und Knautie, gemäht wird, tut man etwas für den Umweltschutz. Außerdem sollte man auf synthetische Schädlingsbekämpfungsmittel und Dünger verzichten, denn Wildblumen gedeihen am besten auf nährstoffarmen, mageren Böden.

Stand: 10.07.2018, 13:51