Die Kleine Anfrage: Entstehen Schlaglöcher durch Frost oder durch Tausalz?

Die Kleine Anfrage: Entstehen Schlaglöcher durch Frost oder durch Tausalz?

Von Mirko Smiljanic

Die Straßenmeistereien sind stolz auf ihr vieles Salz. Doch allzeit schneefreie Straßen haben eine Kehrseite. Denn Ursache für Frühjahrs-Schlaglöcher ist nicht allein Frost, sondern die böse Kombi aus Frost und Salz.

In harten Wintern kennen Autofahrer nur ein Thema: Schlaglöcher! Die Straßen sind übersäht mit Kratern und Rissen, ihre Wagen holpern mehr schlecht als recht über den zerstörten Asphalt. Wasser und Frost spielen bei der Entstehung dieser Schäden eine wichtige Rolle. Aber wie sieht es mit Auftausalz aus, das die Straßenmeistereien in großen Mengen auf Autobahnen, Bundes- und andern wichtigen Straßen verstreuen?

Der zerstörerische Kreislauf beginnt mit einem winzigen Loch im Asphalt. Tagsüber dringt etwas Tauwasser in die Straßenoberfläche ein, das nachts gefriert. Weil gefrorenes Wasser sich ausdehnt, wirkt es wie eine kleine Bombe: Es sprengt das kleine Loch zu einem etwas größeren auf. Wiederholt sich dieser Vorgang über ein paar Wochen, entstehen schließlich tiefe und ausgedehnte bröselig-schwarze Krater.

Auftausalz greift Beton und Asphalt an

Beschleunigt wird dieser Prozess durch den Einsatz von Streusalz. Einerseits weil Schnee und Eis regelmäßig aufgetaut werden mit der Folge, dass tagsüber nun deutlich mehr Wasser in den Asphalt eindringen und nachts gefrieren kann; andererseits, weil das Salz selbst die Straße angreift. Auftausalz wirkt korrosiv. Je mehr Auftau-Frost-Perioden eine Straße über sich ergehen lassen muss, desto schlimmer sind die Schäden.

Straßen sind in Schichten aufgebaut

So richtig zerstörerisch wirken Wasser, Salz und Frost aber noch in einem weiteren Wechselspiel: Straßen sind in Schichten aufgebaut. Die sichtbare Deckschicht misst gerade mal vier Zentimeter, darunter folgt eine acht Zentimeter dicke Binderschicht, darunter eine 18 Zentimeter dicke Asphalttrageschicht gefolgt von zwei weiteren Schichten. Dringt nun Wasser in die Straße ein, sammelt es sich an der Grenzschicht zwischen Deck- und Binderschicht. Gefrieren diese Wasserlachen, können sich kleine Risse binnen weniger Stunden in große Krater verwandeln.

Die Last mit den Lastern

Diesen zerstörerischen Prozess unterstützt der Schwerlastverkehr, indem er die dünne Asphaltschicht über der Wasserlache nach und nach weich rollt. Hat der Asphalt seine Stabilität verloren, reicht der Sog eines LKW-Reifens, um Teile der Straßenoberfläche herauszureißen.

Stand: 13.01.2017, 14:59