Wenn Pflanzen miteinander kommunizieren

Ein Feld mit Pflanzen für Futtermais

Wenn Pflanzen miteinander kommunizieren

Von Alexandra Hostert

  • Pflanzen kommunizieren über chemische Botenstoffe
  • Sie sagen Nachbarpflanzen zum Beispiel, ob sie berührt wurden
  • So können Maispflanzen ihr Wachstum koordinieren

Pflanzen sprechen nicht wie wir, sondern durch chemische Stoffe, die sie über Blätter und Wurzeln abgeben. Durch die Luft oder den Boden gelangen diese Botenstoffe zu anderen Pflanzen in der Umgebung. Wie ausgeklügelt und raffiniert diese chemische Kommunikation ist, darüber finden Wissenschaftler immer mehr raus.

Pflanzen warnen vor Enge

Die Botschaft von Maispflanzen in der aktuellen Studie der Universität Uppsala in Schweden könnte in Menschensprache lauten: "Ganz schön eng hier. Mich stupst dauernd einer an. Also Nachbarpflanzen, überlegt euch gut, wohin ihr wachst."

Berührungen sind wichtige Signale für Pflanzen

In der Studie haben die Forscher durch Berührungen simuliert, dass die Blätter verschiedener Maispflanzen aneinander stoßen und konnten zeigen: Die Maispflanzen bemerken, wenn sie berührt werden. In früheren Untersuchungen hatte man bereits bei anderen Pflanzen wie Tomaten oder Kräutern nachgewiesen, dass Berührungen das Wachstum der Pflanzen beeinflussen. Sie verändern den Stoffwechsel.

Keimlinge mögen es ungestört

Bei Maispflanzen konnten die Forscher jetzt durch ihre Versuche zeigen, dass auch die Wurzeln häufig berührter Pflanzen chemische Signale abgeben. Durch den Boden und über die Feuchtigkeit werden diese Substanzen übertragen. Die Pflanzen nehmen also nicht nur wahr, dass sie berührt werden, sie sprechen über die Wurzeln auch darüber. Und die Pflanzen in der Umgebung reagieren.

Sagt eine Pflanze zur anderen

WDR 5 Leonardo Top Themen | 03.05.2018 | 05:27 Min.

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Absprechen, wer wohin wächst

Wenn die Wurzel eines jungen Keimlings im Versuch die Möglichkeit hatte, entweder in Richtung einer anderen Pflanze zu wachsen, die berührt wurde oder oder in die Richtung einer Pflanze, die nicht berührt wurde, dann wuchs sie signifikant häufiger in die Richtung der unberührten Pflanze. Die Berührungs-Botenstoffe wirkten also abschreckend auf den Keimling. Sie scheinen vor Enge im Boden zu warnen.

Maiswurzeln senden Botenstoffe aus

Noch müssen die Forscher diese Versuche und die Botenstoffe genauer analysieren. Es ist aber denkbar, dass die Pflanzen tatsächlich über chemische Substanzen koordinieren, welche Pflanze wohin wächst und so den Lebensraum besser ausnutzen.

Stand: 03.05.2018, 16:00