Was tun gegen Nitrat im Grundwasser?

Was tun gegen Nitrat im Grundwasser?

An vielen Orten ist das Trinkwasser belastet, der Dünger landet aber auch in Salat und Gemüse. Was tun? Wir brauchen mehr ökologische Landwirtschaft, sagen die einen. Der Landwirtschaftsminister hingegen plant eine neue Düngeverordnung. Reicht das aus?

Salatkopf

In vielen Kommunen in NRW ist das Trinkwasser mit Nitrat belastet. Meist stammt es aus der Landwirtschaft. Genauer: der Massentierhaltung. Denn die Tiere produzieren Gülle, die dann auf die Felder ausgebracht wird - als Dünger. Klingt ja ganz gut, nur fällt eben viel zu viel Gülle an, die Böden sind überdüngt, und das Nitrat landet im Trinkwasser. Auch über die Böden gelangt es über Lebensmittel in den Nahrungskreislauf. Besonders belastet sind derzeit Lauch, Kohlrabi und Salat.

Umfangreiche Messungen des Landes

Legende:
grün -
guter Zustand des Grundwassers in Bezug auf Nitratbelastung
rot -
schlechter Zustand des Grundwassers in Bezug auf Nitratbelastung

Angezeigt werden die Ergebnisse für die einzelnen Grundwasserkörper in NRW in den Bewirtschaftungsplänen 2009 und 2015. Zur besseren Orientierung wurden die Flächen der Kreise und kreisfreien Städte hinzugefügt.

Ein "guter Zustand" liegt dann vor, wenn der untersuchte Stoff nicht in einer höheren Konzentration vorkommt, als dies in den Umweltqualitätsnormen festgelegt ist. Dieser Wert liegt bei 50 Milligramm Nitrat pro Liter (mg/L). Ab diesem Wert empfiehlt das Umweltbundesamt, zur Herstellung von Säuglingsnahrung auf Flaschenwasser zurückzugreifen. Überwacht wird dabei der Jahresmittelwert über mehrere Jahre an mehr als 3.700 Messpunkten. Ist der Wert an einem Messpunkt überschritten, heißt das, dass die Bewertung schlecht ausfällt. Die Messung ist also einerseits deutlich engmaschiger als die Messungen des Gesundheitsamts, heißt aber nicht, dass an allen Messpunkten im Bereich eines solchen Grundwasserkörpers auch erhöhte Nitratwerte vorliegen.

Das Ergebnis der Untersuchungen des Landes, die unter anderem in den NRW-Nitratbericht 2014 eingeflossen sind, ergeben aber dennoch ein deutliches Bild: Im Grundwasser vieler Regionen Nordrhein-Westfalens befindet sich zu viel Nitrat und diese Werte sind in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Betroffen sind davon vor allem die Gebiete, die landwirtschaftlich intensiv genutzt werden.

Die hohe Belastung wird seit langem kritisiert, zum Beispiel vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft: "Die jetzige Düngeverordnung ist zu lasch", sagt Geschäftsführer Martin Weyand, "wir haben eine Verordnung, die eigentlich zu viel Dünger zulässt und vor allen Dingen zu viele Ausnahmen." Dafür gab's auch schon einen Rüffel von der EU. Nun will das Bundeslandwirtschaftsministerium im Dezember 2016 die neue Düngeverordnung dem Bundesrat zur Abstimmung vorlegen.

Stand: 02.11.2016, 06:00