Massenzug Richtung Norden

Massenzug Richtung Norden

Von Katja Goebel

Mit einem weit hörbaren "Krrrüü Krru" fliegen die Kraniche nun zurück in ihre Brutgebiete. Vom Boden aus lässt sich das Spektakel gut beobachten.

Fliegene Kraniche

Ist das Wetter gut, die Sicht klar und die Thermik günstig, machen sich viele der großen Vögel gleichzeitig auf die Reise. Der Kranich ist am Himmel nicht nur an seinem trompetenhaften Ruf erkennbar. Er unterscheidet sich von Graugänsen - die ebenfalls in großen Schwärmen und in Formation fliegen - durch seine besondere Silhouette.

Ist das Wetter gut, die Sicht klar und die Thermik günstig, machen sich viele der großen Vögel gleichzeitig auf die Reise. Der Kranich ist am Himmel nicht nur an seinem trompetenhaften Ruf erkennbar. Er unterscheidet sich von Graugänsen - die ebenfalls in großen Schwärmen und in Formation fliegen - durch seine besondere Silhouette.

Im Flug erkennt man den Kranich an seinen langen Beinen, die den Schwanz überragen (l.). Das ist bei Gänsen nicht so. Sie haben kurze Beine, die unter dem Schwanzgefieder verschwinden (r.).

Der Kranich ist am Boden vor allem an seiner Größe zu erkennen: Seine Flügelspanne beträgt zum Teil über 2,20 Meter, stehend kommt er etwa auf 1,20 Meter. Typisch ist auch sein graues Gefieder und der schwarz-weiße Kopf. Er kann bis zu 40 Jahre alt werden.

Um bei ihrem Flug Energie zu sparen, fliegen die Kraniche in ihrer typischen V- oder Keil-Formation. Dabei sorgt das erste Tier für die Orientierung, die anderen folgen. Durch die Luftströmungen kommen die hinteren Tiere weit kraftsparender voran. Um Energie zu sparen, wird die Spitze, wie bei der Tour de France, ständig ausgewechselt.

Doch auch das kann man am Himmel immer wieder beobachten: Große Schwärme, die plötzlich ihren geordneten Formationsflug aufgeben und scheinbar wie wild durcheinander fliegen oder immer wieder Kreise drehen. Das machen die Tiere nicht nur, wenn sie auf der Suche nach einem geeigneten Rastplatz sind, sondern auch, um sich in der Thermik hochzuschrauben. Es könne aber auch sein, dass die Tiere irgendetwas auf ihrer gewohnten Route irritiert, schätzen die NABU-Ornithologen.

Auf ihren Reisen machen Kraniche gerne Rast. Manchmal gibt es auf diesen Rastplätzen so viel zu futtern, das die großen Vögel gar nicht mehr weiter fliegen. Denn letztendlich kostet jeder Flugkilometer Energie. Sind die Winter also mild, versuchen die Tiere manchmal sich bereits irgendwo auf der Strecke niederzulassen. So konnte man zum Beispiel im Winter 2013/2014 beobachten, dass rund 8.000 Tiere im niedersächsischen Diepholzer Moor geblieben sind, statt nach Spanien weiter zu ziehen.

Im März machen sich die meisten Tiere dann wieder auf den Heimflug zu ihren Brutgebieten im Norden. Wer von ihnen jetzt in Frankreich oder sogar Deutschland überwintert hat, ist natürlich schneller daheim und kann sich die besten Brutplätze sichern.

Im Frühjahr brauchen die Tiere weite Gewässerlandschaften, um ihren Nachwuchs mit tierischem Eiweiß groß zu ziehen. Außerdem zieht der Bodenbrüter Sumpflandschaften vor, um seinen Räubern zu entkommen. Und spätestens bei der Balz werden die Tiere dann wieder sehr gesprächig: "Krrrüü Krru"

Wenn es den Kranichen im Herbst in den nördlichen Brutgebieten zu kalt wird, ziehen sie wieder in den Süden. Sie starten von der Boddenlandschaft an der Ostsee, wo die deutschen Kraniche ihre Brutgebiete haben. An der deutschen Küste legen im Herbst aber auch Kraniche aus Skandinavien, Polen oder Russland einen Zwischenstopp ein, um von dort aus auf kürzestem Wege bis nach Frankreich, Spanien oder sogar Nordafrika zu fliegen. Dabei fliegen die Kraniche oft mehrere hundert Kilometer am Tag.

Stand: 05.03.2018, 11:52 Uhr