Ein Herz für Insekten: Jede Blüte zählt

jede Blüte zählt

Ein Herz für Insekten: Jede Blüte zählt

Von Marcus Schwandner

  • Blütenweg in Oberodenthal ist ein Paradies für Insekten
  • Genügend Blüten für Käfer, Bienen, Hummeln und Insekten
  • NRW-Engagementpreis für das Projekt

Man merkt es schon bei der Autofahrt: die Scheibe muss kaum noch geputzt werden. Früher klebten hier hunderte Insekten, die regelmäßig abgewaschen werden mussten. Die fehlen der Natur, denn Insekten sind wichtig für die Bestäubung. Den Insekten wiederum fehlen Blüten.

Es gibt kaum noch Wildkräuter

Die meisten Felder haben keinen Rand mehr, an dem Wildblumen wachsen können. Das will die Dorfgemeinschaft Oberodenthal ändern. Daher hat sie entlang eines 4,5 Kilometer langen Weges wieder Wildkräuterbeete angelegt. Die Idee wurde im Juni mit dem Engagementpreis NRW ausgezeichnet.

Viele Dorfbewohner machen mit

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Hans Sorger und Michael Melchior, die Pfleger des Blütenwegs

Die Idee hatte die Dorfgemeinschaft Oberodenthal vor zwei Jahren. Gemeinsam schneidet man Streuobstwiesen, legt Trockenhecken und Blütenbeete an und jätet Unkraut. Denn auch Wildkräuter brauchen Pflege.

Die Kinder sind wichtig

"Wir basteln auch mit Kindern Insektenhotels", erläutert Michael Melchior. "Wir haben sie zu einem Malwettbewerb eingeladen, so entdecken sie das Thema." Und danach erklären sie ihren Eltern, wie wichtig Insekten für das Leben sind. "Die schönsten Bilder haben wir mit Samentütchen an alle Haushalte verschenkt", sagt Melchior.

Viele Grundbesitzer machen mit

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Die Taubnessel ist bei Insekten beliebt

"Die Bauern oder Pächter der Äcker waren direkt begeistert. Ich habe es mir schwieriger vorgestellt, die Flächen für die Beete zu bekommen." Michael Melchior führt das darauf zurück, dass die Idee des Blütenwegs eben aus der Dorfgemeinschaft kam. Alle wollen etwas für die Natur tun.

Welche Samen nimmt man am besten?

Zu den Samen erklärt Hans Sorger: "Auch hier gilt: regionale Samen werden bevorzugt." Daher haben die Oberodenthaler drei verschiedene regionale Kräutermischungen gekauft. "Die eine Saatmischung blüht recht früh, die andere im Herbst, so dass es von April bis Oktober ein durchgehendes Blüten- und Nektarangebot für die Insekten gibt." Der Blütenweg sei ein kleiner Anfang.

Bald wird es summen

"Wir wollen natürlich auch die Aufmerksamkeit auf das Thema lenken," ergänzt Michael Melchior. Wird er nach Tipps gefragt, hat er praktische Antworten: "Lassen Sie einfach ein kleines Stück des Rasens ungemäht. Es ist erstaunlich, was für eine Kraft im Boden steckt und es wird bald anfangen zu summen."

Stand: 22.06.2017, 06:00