Eingeschleppte Pflanzen als Gefahr für die heimische Natur

Eingeschleppte Pflanzen als Gefahr für die heimische Natur

Manche sehen hübsch aus, viele schmecken unseren Insekten und einige machen Ärger: Neophyten. Von diesen "eingewanderten" Pflanzen gibt es Hunderte Arten bei uns. Sie können sogar dem Menschen gefährlich werden.

 Eine Biene auf der Blüte einer Kanadischen Goldrute

Die Kanadische Goldrute ist eine der bei uns am weitesten verbreiteten Neophyten (invasive oder eingewanderte Pflanzenarten). Sie macht sich auf großen Flächen breit und verdrängt heimischen Arten. In ihrem Ursprungsgebiet, Nordamerika bis Alaska, hat die Goldrute viele Fressfeinde und ihr Bestand wird begrenzt. Bei uns hat die Pflanze keine natürlichen Feinde.

Die Kanadische Goldrute ist eine der bei uns am weitesten verbreiteten Neophyten (invasive oder eingewanderte Pflanzenarten). Sie macht sich auf großen Flächen breit und verdrängt heimischen Arten. In ihrem Ursprungsgebiet, Nordamerika bis Alaska, hat die Goldrute viele Fressfeinde und ihr Bestand wird begrenzt. Bei uns hat die Pflanze keine natürlichen Feinde.

Recht neu in NRW, aber auf dem Vormarsch ist der nordamerikanische Stinktierkohl oder Riesenaronstab. Die Blätter können fast einen Meter lang werden. In freier Natur wird die Pflanze zum Problem, weil sie die ursprüngliche Vegetation verdrängt.

Der Riesenbärenklau, auch Herkulesstaude, kann knapp vier Metern hoch werden. Die Pflanze hat keinen guten Ruf – zu Recht: Sie sondert ein Gift ab, das andere Pflanzen schädigt und gefährlich für den Menschen ist. Die Substanz löst den natürlichen Sonnenschutz der Haut auf; schon bei normalem Sonnenlicht entstehen so schwerste Verbrennungen. Die Berührung mit der gefährlichen Pflanze kann aber auch Fieber, Schweißausbrüche und Kreislaufschocks auslösen.

Der Japanische Staudenknöterich will hoch hinaus – und zwar schnell: Die Pflanze wächst bis zu 25 Zentimeter am Tag. Ganze Uferstreifen und Felder wachsen so ruckzuck zu, sodass es anderen Pflanzen an Platz und Licht fehlt. Abmähen hilft da nicht, denn schon kleine Pflanzenteile der Wurzeln reichen aus, um neue Triebe zu bilden. Die Wurzeln sind oft mehrere Meter tief.

Ein Einwanderer aus Amerika macht vor allem Allergikern zu schaffen: die Beifuß-Ambrosie. Diese spät blühende Pflanze verschleudert bis in den November hinein Milliarden ihrer Pollen, die bei Allergikern schwere Reaktionen auslösen können: von Tränenfluss und Juckreiz bis hin zu Asthma. Bemerkenswert ist die lange Keimfähigkeit ihrer Samen: bis zu 40 Jahre.

Das Drüsige oder Indische Springkraut verbreitet sich besonders gut am Wasser und verdrängt dort massiv andere Pflanzen. Das gefährde auch die Lebensgrundlage für andere Lebewesen wie Schmetterlinge und Käfer, fürchten Umweltschützer. Eine einzelne Pflanze produziert allein 4.000 Samen, die sie bei geringster Berührung meterweit wegschleudert – daher der Name Springkraut. Verwandt ist die Pflanze, die ursprünglich aus Indien stammt, mit dem heimischen, gelbblühenden "Rühr-mich-nicht-an", das ebenfalls über diesen Schleudermechanismus der Samenkapsel verfügt.

Er ist hübsch und duftet, aber auch er gehört hier nicht hin – der Schmetterlingsflieder, oder auch Sommerflieder. Die Pflanze stammt ursprünglich aus China und Tibet. Im Garten macht der Schmetterlingsflieder seinem Namen alle Ehre: Falter aller Art, aber auch Hummeln naschen an seinen Blüten. Doch auch der Schmetterlingsflieder verdrängt heimische Arten, besonders Fliederarten. Ein einzelner Strauch kann jährlich bis zu drei Millionen Samen bilden.
 

Stand: 29.09.2016, 06:00 Uhr