EU-Behörde bestätigt Gefahr für Bienen

EU-Behörde bestätigt Gefahr für Bienen

  • Neonicotinoide sollen eigentlich nur schädliche Insekten töten.
  • Der Verdacht: Sie schaden auch Bienen und Hummeln.
  • Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hat dieses Riskio jetzt bestätigt.

Neonicotinoide sind eine Gefahr für nützliche Insekten wie Honigbienen, Hummeln und Wildbienen. Das Riskio durch diese chemischen Mittel hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) bestätigt.

Im Fokus der Efsa-Untersuchung standen drei für Bienen giftige Insektizide. Für die Schädlingsbekämpfungsmittel hatte die Kommission bereits ein Freiland-Verbot vorgeschlagen, die EU-Staaten wollten aber für Diskussionen darüber den Efsa-Bericht abwarten.

Biene auf einer Wabe

Neonicotinoide sind eine bestimmte Art von Pestiziden, die eingesetzt werden, um Felder zu spritzen oder Saatgut zu behandeln. Das soll vor Fraß durch Schädlinge schützen.

Risiko für Wildbienen, Hummeln und Honigbienen

Die Experten der Behörde mit Sitz im italienischen Parma werteten diverse wissenschaftliche Studien zu dem Thema aus. "Insgesamt wurde das Risiko für die drei bewerteten Bienentypen bestätigt", sagte der Leiter der Bereichs Pestizide der Efsa, Jose Tarazona.

Neue Studie zur Gefahr für Bienen durch Neonicotinoide

WDR 5 | 28.02.2018 | 03:06 Min.

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Neonicotinoide stören Orientierungssinn

Nützliche Insekten wie Bienen oder Hummeln nehmen die Gifte zum Beispiel auf, wenn sie Pollen sammeln oder Nektar saugen.

Frisst eine Biene mit dem Pollen nur wenig von dem Gift, scheint ihr das zunächst nicht zu schaden. Da Neonicotinoide auf die Nerven der Insekten wirken, kann aber ihr Orientierungssinn gestört werden. Die Biene findet etwa nicht mehr zu ihrem Stock zurück.

Freiland-Verbot in Diskussion

Bereits 2013 wurde der Einsatz von Neonicotinoiden EU-weit stark beschränkt. Dieser Beschluss ging auf eine Risikobewertung der Efsa zurück. Auf Basis des neuen Berichts ist nach Angaben der Kommission geplant, dass die Mitgliedsstaaten am 22. März über den vorliegenden Vorschlag des Freiland-Verbots diskutieren. Ob es dann auch schon eine Entscheidung geben wird, ist aber unklar.

Koexistenz zwischen Landwirten und Bienen

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft betont, man werde von deutscher Seite eine "Entscheidung auf wissenschaftlicher Basis" treffen. Christian Schmidt sagt: "Eine weitere Beschränkung der bisherigen Zulassungen ist aber wohl zu erwarten. Wir wollen alle eine verträgliche Koexistenz zwischen Landwirtschaft und Bienen sowie anderen Bestäubern."

Umweltverbände fordern Verbot aller Neonicotinoide

Der Naturschutzbund Nabu gehen die bisherigen Beschränkungen nicht weit genug. Er fordert sämtliche Neonicotinoide und ähnlich wirkende Stoffe ausnahmslos zu verbieten, um die ohnehin schon massiv beeinträchtigte Insektenwelt vor weiteren Gefahren zu bewahren. Ein Verbot der drei jetzt untersuchten Neonicotinoide würde nicht ausreichen.

Stand: 28.02.2018, 12:35