Insektenhotel? Ja, aber richtig

Nahaufnahme eines Insektenhotels.

Insektenhotel? Ja, aber richtig

Von Alexandra Rank

  • Scharfe Kanten machen Flügel kaputt
  • Zu Besuch: vor allem Bienen und Wespen
  • Zusammenleben zwischen Insekten und Mensch: friedlich

Insektenhotels dienen Insekten nicht als Schlafplatz, sondern sind Nisthilfen für die Tiere. Die Kästen lassen sich leicht selber bauen oder für kleines Geld kaufen.

Leben mit Insekten

WDR 5 Leonardo Top Themen | 07.05.2018 | 07:06 Min.

Download

Gut gemeint, aber schlecht

Modelle mit Weichholz sind gefährlich: Feuchtigkeit sorgt dafür, dass Splitter entstehen, an denen sich Insekten verletzen. Das gleiche gilt, wenn die kleinen Röhrchen scharfe Kanten haben. Die Eingänge müssen glatt geschmirgelt sein, damit die Flügel der Tiere nicht verletzt werden.

Auch frisches Holz ist schlecht: Beim Trocknen können Risse entstehen, in denen sich Pilzsporen festsetzen. Das heißt, die Brut wäre dann direkt mit einem Pilz befallen.

Insektenhaus im Garten.

Der Schlitz in der Mitte soll Schmetterlinge anlocken. Allerdings legen diese ihre Eier lieber auf Pflanzen.

Nutzlos

Tannenzapfen bringen aus ökologischer Sicht gar nichts. Sie sollen Ohrenkneifer anlocken, aber die mögen andere Orte. Auch Schmetterlinge haben wenig Lust auf Insektenhotels. Sie legen ihre Eier lieber auf Pflanzen ab, so dass ihre Raupen direkt was zum fressen haben.

Wildbienen gerne da

Eigentlich wäre "Bienenhotel" die bessere Bezeichnung. Viele Wildbienen – nicht zu verwechseln mit der Honigbiene – finden Insektenhotels toll, genauso wie einige Wespenarten.

Biene an Insektenhotel.

Eine Gehörnte Mauerbiene sucht einen Nistplatz an einem Insektenhotel.

Friedliche Gäste auf dem Balkon

Vor Wildbienen oder Wespenarten, die ein Insektenhotel aufsuchen, braucht man auf Balkon oder Terrasse keine Angst zu haben. Die Tiere sind friedlich und stechen in der Regel nicht. Manche Wespenart sieht durch ihren langen Legebohrer aber bedrohlich aus: Der ähnelt einem Stachel, dient aber der Eiablage.

Die weibliche Wildbiene kann zwar stechen, vermeiden das aber. Sie riskiert dabei zu sterben und so auch das Leben ihrer Brut zu gefährden. Sie sticht deshalb nur, wenn sie extrem bedrängt wird. Meistens ist der Stachel der Wildbiene aber gar nicht kräftig genug, um die menschliche Haut zu durchdringen.

Eher Dauergäste statt Kurzurlauber

Wildbienen leben nur vier bis sechs Wochen und legen in dieser Zeit auch ihre Brut an. Die entwickelt sich dann im Laufe des Jahres und überwintert sogar im Insektenhotel. Erst im Jahr drauf ziehen die jungen Bienen aus. Deswegen sollte ein Insektenhotel im Winter draußen bleiben und nicht gereinigt werden.

Stand: 07.05.2018, 16:25