Jane Goodall - Die Unbeirrbare

Aufnahme von Jane Goodall mit einem Schimpansen.

Jane Goodall - Die Unbeirrbare

  • Jane Goodall hat die Grenze zwischen Mensch und Tier verschoben
  • Noch immer ist sie weltweit aktiv zum Schutz von Menschenaffen
  • Der Film "Jane" zeigt nun, wie alles begann

Es sind Aufnahmen, die über 50 Jahre in den Archiven lagen und von den ersten Schritten der Verhaltensforscherin Jane Goodall zeugen. Ganz ohne wissenschaftliche Vorbildung macht sie im Afrikanischen Wald bahnbrechende Beobachtungen bei wilden Schimpansen. Die Faszination und Empathie für die Tiere hat sie von Kindesbeinen an – genau wie ihren Forscherdrang und ihre Beharrlichkeit.

"JANE" - Affenforscherin Goodall kommt ins Kino

WDR 5 Leonardo Top Themen | 08.03.2018 | 05:58 Min.

Download

Von wegen "Krone der Schöpfung"  

Jane Goodall als junge Frau mit einem Affen

Jane Goodall als junge Frau

Goodall ist es, die zum ersten Mal dokumentiert, dass Schimpansen, um Termiten aus einem Bau zu fischen, Grashalme nutzen. Schimpansen gebrauchen Werkzeuge!  Eine Sensation – denn bis dahin ging man fest davon aus, nur Menschen seien dazu in der Lage. Wenige Tage später beobachtet Goodall: die Affen streifen sogar die Blätter von Zweigen ab – um sich noch bessere Werkzeuge zu bauen. Der Affe als Werkzeugmacher. Goodalls Berichte sorgen für Furore -  sie wird sogar angefeindet. Denn: ihr Bericht verwischt die Grenze zwischen Mensch und Tier.

Krieg der Schimpansen

Die Affenforscherin Jane Goodall mit einem Schimpansen

Ganz nah dran an den Tieren

Goodall nutzt ihre Empathie, entwickelt eine eigene Methodik, weshalb ihre Ergebnisse immer wieder in der Kritik stehen. Es fehle ihr an professioneller Distanz – festgemacht wird das daran, dass sie den Schimpansen Namen gibt und sie beschreibt unterschiedliche Persönlichkeiten bei den Tieren. Etwas, das heute niemand mehr unseren nächsten Verwandten absprechen würde. Spannend ist der Film dort, wo er Goodall auch mit ihren Unsicherheiten zeigt – etwa als eine Art Krieg unter den Affen ausbricht und sie von der Gewalt zwischen den Tieren schockiert ist.

Ein einzigartiges Zeitdokument

Der Film "JANE" dreht die Uhr nochmal zurück. Durch die Linse des damaligen Kameramanns Hugo van Lawick erleben wir die ersten Schritte der Forscherin in der Afrikanischen Wildnis. Der Regisseur Brett Morgen hat das Material neu montiert. So wird auch nachvollziehbar, wie aus der Forscherin eine Aktivistin werden musste.

Der Film ist im ersten Viertel etwas episch geraten, nimmt aber Fahrt auf. Er ist ohne Frage ein spannendes Stück Forschungsgeschichte und ein einfühlsames Portrait über die vielleicht wichtigste Wissenschaftlerin und Naturschützerin unserer Zeit.  

Der Film "Jane" läuft ab dem 8.3.2018 in zahlreichen Programmkinos in NRW.

Stand: 08.03.2018, 15:54