Esskastanie ist Baum des Jahres 2018

Eine um die 400 Jahre alte Ess-Kastanie steht am 18.08.2016 in Kamp-Lintfort auf einer Weide

Esskastanie ist Baum des Jahres 2018

  • Die Esskastanie ist der Baum des Jahres 2018
  • Esskastanien sind in Deutschland eher selten
  • Ihre Früchte sind im Herbst sehr beliebt

Nach der Fichte wird damit eine Baumart ins Bewusstsein gerückt, die in Deutschlands Wäldern nicht überall ins Auge sticht, wie die Stiftung Baum des Jahres am Donnerstag (26.10.2017) in Berlin mitteilte. Esskastanien wachsen vor allem in Weinbaugebieten wie der Pfalz, bundesweit aber auch in vielen Parks und Gärten.

Esskastanien in Süddeutschland häufiger

"Die Esskastanie hat eine recht junge Geschichte in unseren Breiten", sagte Deutschlands Baumkönigin Anne Köhler bei der traditionellen Pflanzung des Jahresbaums in Berlin. Sie gelte zwar nicht als heimische Baumart, gehöre aber zumindest in Südwestdeutschland längst in die Kulturlandschaft.

Esskastanien können rund 30 Meter hoch werden und mehrere Hundert Jahre alt werden. Die großen Höhlen alter Bäume sind auch bei Waldbewohnern beliebt - für die Wildkatze sind sie zum Beispiel bevorzugte Wurfplätze. Die reiche Blüte bietet im späten Frühjahr einer Vielzahl von Insekten Nahrung.

Die Römer brachten die Esskastanie zu uns

Bereits die alten Griechen pflanzten Esskastanien im Mittelmeerraum, in der Bronzezeit finden sich Spuren auch in Südfrankreich. Doch erst die Römer brachten diese Baumart über die Alpen in germanische Gefilde - vor allem an Rhein, Nahe, Mosel und Saar.

Esskastanien

Maronen: Einst ein wichtiges Nahrungsmittel

Anders als die bekanntere Rosskastanie, die zu den Seifenbaumgewächsen gehört, ist die Esskastanie eng mit Buchen und Eichen verwandt. Kastanien und ihr Holz waren früher wichtig für den Weinbau, zum Beispiel für Weinfässer. Noch bedeutsamer aber wurden die Früchte, die zu den Nüssen zählen, als Vorratsreserve. Besonders Maronen - das sind die Früchte speziell veredelter Bäume - waren mit ihrem hohen Gehalt an Stärke oft ein lebensrettendes Lebensmittel in Hungerwintern.

Spezialität im Herbst und zu Weihnachten

Außerhalb ihrer traditionellen Regionen sind geröstete Maronen heute in Deutschland als Spezialität auf Weihnachtsmärkten oder als Füllung für die Weihnachtsgans bekannt. Eine echte Renaissance erlebten Esskastanien zuvor in den Küchen Frankreichs, Italiens und der Schweiz. Dort kommen sie geröstet, geschmort oder als Püree auf den Tisch, aber auch in Form von Marmelade, Eis, Pudding, Kuchenfüllungen oder Pasteten. Sie sind längst kein Arme-Leute-Essen mehr, sondern eine Spezialität.

Stand: 26.10.2017, 11:00