Erdüberlastungstag - nun sind wir im Dispo

Erdüberlastungstag - nun sind wir im Dispo

Von Benjamin Esche

Seit Mittwoch haben wir das Jahresbudget unserer natürlichen Rohstoffe verbraucht. Am offiziellen Erdüberlastungstag rufen Umweltschützer zu sparsamerem Umgang mit Rohstoffen auf. Ein Überblick in neun Bildern.

Wasserdampf steigt vor dem farbenprächtigen Morgenhimmel aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerkes der Vattenfall AG in Jänschwalde

Vor allem der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2) belastet die Erde weiterhin. CO2 entsteht zum Beispiel durch Verbrennung von Kohle, Erdöl oder Erdgas. In Deutschland wurden nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) im Jahr 2016 insgesamt fast 906 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt, das sind etwa vier Millionen Tonnen mehr als 2015. "Treibhausgase werden weiterhin in größerem Umfang emittiert als sie von Wäldern und Ozeanen absorbiert werden können", sagt Jan Kosmol vom UBA. "Eine derartige Übernutzung der Ökosysteme kann auf Dauer auf einem endlichen Planeten nicht funktionieren, da das uns zur Verfügung stehende Naturkapital begrenzt ist."

Vor allem der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2) belastet die Erde weiterhin. CO2 entsteht zum Beispiel durch Verbrennung von Kohle, Erdöl oder Erdgas. In Deutschland wurden nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) im Jahr 2016 insgesamt fast 906 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt, das sind etwa vier Millionen Tonnen mehr als 2015. "Treibhausgase werden weiterhin in größerem Umfang emittiert als sie von Wäldern und Ozeanen absorbiert werden können", sagt Jan Kosmol vom UBA. "Eine derartige Übernutzung der Ökosysteme kann auf Dauer auf einem endlichen Planeten nicht funktionieren, da das uns zur Verfügung stehende Naturkapital begrenzt ist."

In die Rechnung zur Erdüberlastung fließt auch die landwirtschaftliche Nutzung von Weiden und Feldern ein. Dabei geht es zum einen um die weltweite Produktion von Lebens- und Futtermitteln sowie die Flächennutzung, etwa für Baumwollanbau und Tabak. Der Verbrauch dieser Rohstoffe wird mit der Flächengröße des vorhandenen Ackerlandes verglichen.

Für Papier, Brennholz oder Bauholz müssen Wälder gerodet werden. Wie viel Holz können die Wälder weltweit zur Verfügung stellen, um den Bedarf zu decken? Nach Zahlen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft verbrauchen die Deutschen pro Jahr rund 98 Millionen Kubikmeter für Bauholz, Holzwerkstoffe oder Papier. Der jährliche Bedarf würde demnach knapp 300.000 Hektar Waldfläche entsprechen und damit etwas mehr als der Fläche des Saarlandes.

Viele Fischbestände sind weltweit stark gefährdet, was auch den ökologischen Fußabdruck beeinflusst. Die Welternährungsorganisation FAO beurteilt die Situation im Mittelmeer als alarmierend. Dort sei der Fang seit dem Jahr 2007 um ein Drittel zurückgegangen. Zahlen der Umweltorganisation WWF zeigen: Fischer aus der EU fischen vielfach in nicht-europäischen Gewässern. Insgesamt macht das schon 30 Prozent ihres gefangenen Fisches aus. Weltweit gelten über 31 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände als überfischt, sagt die FAO.

Auch die vom Menschen beanspruchte Fläche für Bau und Infrastruktur wirkt sich auf den ökologischen Fußabdruck aus. So wächst die komplett bebaute Fläche in Deutschland jährlich immer weiter. Laut Statistischem Bundesamt betrug die gesamte Fläche für Siedlungen und Verkehrswege im Jahr 1992 knapp 40.305 Quadratkilometer. Im Jahr 2014 waren es 48.895 Quadratkilometer, was eine Steigerung von 21 Prozent bedeutet.

Was sind die Lehren aus dem Erdüberlastungstag? "Unser Planet ist endlich, aber unsere Möglichkeiten sind es nicht", sagt der Entwickler des ökologischen Fußabducks Mathis Wackernagel. "Innerhalb des Ressourcenbudgets unseres Planeten zu leben ist nicht nur technologisch machbar, sondern auch finanziell von Vorteil." Das Global Footprint Network rechnet dabei auch Möglichkeiten aus, um den Erdüberlastungstag wieder nach hinten zu verschieben. Ließen sich zum Beispiel Nahrungsmittelabfälle weltweit halbieren, wäre das Datum um elf Tage in die Zukunft verschoben. "Die Rechnung ist durchaus schlüssig", sagt Jan Kosmol vom UBA. Den CO2-Ausstoss zu halbieren würde der Erde 89 Tage bringen, so Global Footprint Network.

Stand: 02.08.2017, 06:00 Uhr