Trupbacher Heide: Brandstiftung für den Naturschutz

Trupbacher Heide: Brandstiftung für den Naturschutz

Von Sonja Riedel

  • Feuer pflegt Naturschutzgebiet
  • Bis zu drei Hektar abgeflämmt
  • Heide zu alt zum Regenerieren
  • Pflanzen werden bald wieder blühen

Rauch liegt in der Luft über der Trupbacher Heide im Kreis Siegen-Wittgenstein. Männer mit gelben Jacken und Schutzhelmen stecken nach und nach die Heide in Brand.

Sie halten Gefäße in der Hand, die wie Gießkannen aussehen. Darin ist eine Mischung aus Benzin und Diesel.

Ein Mann gießt aus einer Kanne ein Benzin-Diesel-Gemisch auf die Heide

Zwei bis drei Hektar Heide werden mit einem Benzin-Diesel-Gemisch kontrolliert abgebrannt

Die Pflanzen fangen schnell Feuer. Es knistert und der Rauch ist von weitem zu sehen. Zwei bis drei Hektar Heide, 20.000 bis 30.000 Quadratmeter, werden am Dienstag (06.03.2018) abgebrannt. Absichtlich.

Lebensraum der Heidelerche verbessern

Durch dieses kontrollierte Abflämmen soll das Naturschutzgebiet gepflegt werden. Außerdem soll der Lebensraum der Heidelerche verbessert werden. Das ist ein seltener Zugvogel. Und der findet auf offenem Boden einfach besser Nahrung.

"Die Heide ist so alt, die kann sich nicht mehr selbst regenerieren", erklärt Michael Gertz von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein. Durch das Feuer wird der Mineralboden freigesetzt. Die Heide kann keimen und schlägt wieder aus.

Früher pflegten Panzer die Heide

Wird sie nicht gepflegt, wird die Heide holzig, fällt auseinander und stirbt ab. Früher war das Gebiet ein Truppenübungsplatz. Durch die schweren Panzer wurden damals die Triebe der Pflanzen zusammengedrückt. So konnten neue wachsen. Doch Panzer fahren hier schon lange nicht mehr und ein Pflege-Versuch mit einem Panzer vor vier Jahren erwies sich als nicht effektiv.

Eine solche Brandmaßnahme wird jetzt zum ersten Mal im Kreis Siegen-Wittgenstein ausprobiert. Die Männer in den gelben Jacken kommen von einer Firma aus Freiburg, die auf solche Maßnahmen spezialisiert ist.

Verkohlte Pflanzen bleiben zurück

Nach ihrem Einsatz bleiben schwarze, verkohlte Pflanzen zurück. Feuerökologe Alexander Held aus Freiburg geht aber nicht davon aus, dass das lange so bleiben wird: "Es kann durchaus sein, dass wir schon dieses Jahr wieder erleben, wie die Heide blüht."

Sorgen, dass das Feuer auf den umliegenden Wald übergreifen könnte, machen sich die Männer nicht. Denn dafür ist der Boden rund um die Brandflächen viel zu feucht. Und tatsächlich hört die Heide schon nach kurzer Zeit immer wieder auf zu brennen.

Stand: 06.03.2018, 16:54