Narben - Alles, was ihr wissen wollt!

Hautnarbe

Narben - Alles, was ihr wissen wollt!

Von Christina Sartori

Die Zeit heilt alle Wunden – ein tröstender Spruch. Aber manchmal bleibt doch etwas zurück. Narben auf der Seele oder auf der Haut. Sie wollten wissen, warum Narben entstehen und wie man sie wieder loswerden kann.

Warum entstehen überhaupt Narben?

Manche Wunden sind nach einigen Tagen schon wieder verschwunden, wie zum Beispiel das beim Fußballspielen aufgeschlagene Knie. Andere Verletzungen hinterlassen jedoch Narben, die ein Leben lang an die Blinddarmoperation oder an den Schnitt mit dem Gemüsemesser erinnern. Ob sich eine Narbe bildet, hängt von der Art der Wunde ab. Je größer und tiefer die Wunde ist, desto wahrscheinlicher bildet sich eine Narbe. Der Körper verfährt dann nach dem Grundprinzip: Hauptsache schnell. Er schließt die Wunde so flott wie möglich - damit nicht zu viel Blut verloren geht und möglichst wenig gefährliche Keime in die Wunde gelangen.

Das hat allerdings seinen Preis. Wird die Wunde schnell verschlossen, ist das neue Hautgewebe nicht so komplex aufgebaut wie unverletzte Haut. Narbengewebe enthält zum Beispiel keine Schweißdrüsen, keine Haare und keine Talgdrüsen. Und die Kollagenketten, die in unverletzter Haut aufwändig miteinander verflochten sind, sind im Narbengewebe einfach parallel angeordnet. Das ist einfacher und schneller, macht allerdings das Gewebe auch weniger elastisch. Deswegen fühlen sich Narben härter an als normale Haut.

Wie wird man Narben oder Pickelmale wieder los?

Leider verschwinden Pickelmale und Narben nicht von alleine und auch der beste Arzt kann sie nicht vollständig wegzaubern. In schweren Fällen lassen sich die Spuren einer Verletzung aber weniger auffällig machen. Es gibt verschiedene Behandlungsmethoden. Welche Methode geeignet ist, hängt von der Art und Größe der Narbe ab und von der Haut des Patienten. Eine Methode ist das Abschleifen der Narbenränder mit einem Diamantschleifkopf oder einem Laser.

Bauchnaben

Narben heilen nicht bei jedem gleich gut

Manchmal werden Pickelmale mit Kollagen aufgefüllt. Ein Säurepeeling kann die Hautoberfläche etwas glätten, ist aber unangenehm. In sehr schweren Fällen wird manchmal operiert. In jedem Fall sollte man Narben nur beim Hautarzt oder beim plastischen Chirurgen behandeln lassen. Besser ist es natürlich, wenn Narben und Pickelmale erst gar nicht entstehen. Deshalb sollte man eine Wunde immer mit klarem Wasser reinigen und nicht an Mitessern herumdrücken, weil sich die Haut dann leicht entzündet. Ob Narbenpflaster Narbenbildung verhindern oder Narben verkleinern können, ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt.

Warum heilen Wunden von Mensch zu Mensch unterschiedlich gut?

Früher konnte das an der Ernährung liegen: Wer reich war und jeden Tag Gemüse auf dem Tisch hatte, musste sich über kleine Wunden damals keine Sorgen machen. Doch das galt nicht für Matrosen. Durch schlechte Ernährung mangelte es ihnen oft an Vitamin C, wodurch es zu Skorbut kam. Das Zahnfleisch blutete und Wunden heilten schlecht. In Deutschland ist heute aber kaum noch jemand mangelernährt. Schlecht heilende Wunden findet man jetzt eher bei Diabetikern, Rauchern oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Aber auch die Veranlagung spielt eine Rolle. Wer die richtigen Gene von Vater oder Mutter geerbt hat, dessen Wunden schließen sich besser als die des Pechvogels von nebenan - vermutlich, weil der Körper alles besser regelt, was bei der Wundheilung geregelt werden muss: Blutungen stoppen, eindringende Keime bekämpfen und Hautzellen bilden.

Wir haben Sie gefragt, was Sie über die Haut wissen möchten. Die Ergebnisse gibt es jetzt in unserer Serie "Die Haut - Alles, was ihr wissen wollt!" Im Radio, im Fernsehen und Online können Sie die Antworten zu den originellsten und am häufigsten gestellten Fragen hören, sehen und lesen.

Stand: 12.09.2016, 12:55