Alles was ihr wissen wollt - Haut und Seele

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Alles was ihr wissen wollt - Haut und Seele

Von Sarah Ziegler

Streicheln macht uns glücklich. Stress lässt uns mit der Zeit alt aussehen. Und unangenehme Erlebnisse verschlimmern manchmal sogar Hautkrankheiten wie Schuppenflechte. Haut und Seele haben also viel miteinander zu tun.

Verschlimmert Stress Hautkrankheiten wie Neurodermitis?       

Allergie, starker Juckreiz

Stress kann sich auch auf die Haut auswirken

Das kann passieren. Unser Gehirn reagiert auf Stress – egal, ob er vom Ärger im Büro oder von Problemen mit dem Partner herrührt. Das Gehirn veranlasst unter anderem die Nebennieren dazu, verschiedene Hormone auszuschütten. Viele davon haben einen direkten Einfluss auf die Haut. Ein Mensch mit gesunder Haut wird deswegen aber nicht auf einmal Neurodermitis, Schuppenflechte oder Akne bekommen. Der Stress macht sich in der Regel nur auf bereits kranker Haut bemerkbar. Stresssituationen wie ein Bewerbungsgespräch können beispielsweise die Ekzeme einer Neurodermitis verschlimmern. Bei anderen Krankheiten wie der Schuppenflechte behindern Stresshormone die Prozesse, die die Hautentzündung normalerweise abklingen lassen. Es gibt also Wechselwirkungen zwischen Haut und Psyche – und eine eigene medizinische Fachrichtung, die diese Zusammenhänge untersucht, die Psychodermatologie. Sie steht vor einer echten Mammutaufgabe, denn die Zahl der Hormone und ihrer Wechselwirkungen in unserer Haut ist hoch. Wenn klar ist, was die Botenstoffe in der Haut ausrichten, kann über Therapien nachgedacht werden. Eine Möglichkeit sind Medikamente, die die Hormone blockieren. Doch entscheidender sind Entspannungs- und Psychotherapien, in denen die Patienten ihrem Stress auf den Grund gehen und lernen können, ihn anders zu erleben.

Können traumatische Erlebnisse Falten verursachen?

Es lässt sich nicht sagen, woher die einzelnen Falten kommen, die man im Spiegel entdeckt. Noch nicht einmal bei den berühmten Sorgenfalten ist das eindeutig möglich. Sie entstehen unter anderem, weil man die Stirn zu oft runzelt. Das kann aus Kummer geschehen, aber auch wenn man in die Sonne guckt oder angestrengt auf den Computerbildschirm starrt. Vieles deutet aber darauf hin, das Stress und traumatische Erlebnisse die Hautalterung und damit auch die Faltenbildung beeinflussen können. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass Stress die Zellteilung beeinträchtigt. Wenn die Haut sich nicht ständig mit neuen Zellen auffrischt, wirkt sie älter. Ein weiteres Beispiel: Bei einer Zwillingsstudie sahen Frauen, die geschieden waren, im Schnitt 1,7 Jahre älter aus als ihre verheirateten eineiigen Zwillingsschwestern. Ob sie wirklich durch Trennungsschmerz gealtert sind, ist allerdings nicht eindeutig nachweisbar. Letzten Endes spielen viele andere Umweltfaktoren wohl eine deutlich größere Rolle für die Hautalterung als Stress - vor allem die UV-Strahlung der Sonne und Nikotin. In der Zwillingsstudie sahen die rauchenden Zwillinge deutlich älter aus als die nicht rauchenden Zwillinge.

Warum macht es uns glücklich, wenn wir gestreichelt oder gekrault werden?

Ein paar Streicheleinheiten vom Partner oder die Kopfmassage beim Friseur setzen in unserem Körper eine ganze Maschinerie in Gang. Die Nervenenden in unserer Haut signalisieren dem Hirn, dass etwas passiert. Das Hirn lässt Hormone wie Oxytocin, auch Kuschelhormon genannt, im Körper ausschütten. Dadurch entspannt unsere Muskulatur, die Herzfrequenz sinkt, Stress verfliegt. Das funktioniert aber nur, wenn wir in der Person, die uns berührt, keine Gefahr sehen. Berührt uns beispielsweise ein Angreifer auf die gleiche Weise, reagiert der Körper mit anderen Hormonen wie Adrenalin. Einige Teile unseres Körpers reagieren intensiver auf Kraulen und Streicheln als andere, zum Beispiel Kopf und Füße. Dort finden sich besonders viele Nervenzellen, die auf Berührung reagieren. Und es gilt: Je länger, desto besser. Eine einstündige Massage hält das Glücksgefühl auch danach noch länger aufrecht als zehn Minuten Kraulen auf der Couch. Es dauert dann länger, bis die Neurochemie des Körpers wieder in den gewohnten Trott verfällt.

Wir haben Sie gefragt, was Sie über die Haut wissen möchten. Die Ergebnisse gibt es jetzt in unserer Serie "Die Haut - Alles, was ihr wissen wollt!" Im Radio, im Fernsehen und Online können Sie die Antworten zu den originellsten und am häufigsten gestellten Fragen hören, sehen und lesen.

Stand: 20.09.2016, 06:00