Silberschatz auf Rügen entdeckt

Zusammenstellung von sächsischen, ottonischen, dänischen und byzantinischen Münzen, z.T. wohl als Anhänger genutzt (durchlocht) liegen auf einem Tisch.

Silberschatz auf Rügen entdeckt

Von Alexandra Rank


  • Hunderte Silbermünzen auf Rügen ausgegraben
  • In den 980-ern von König Blauzahn versteckt
  • Blauzahn auch Namensgeber für "Bluetooth"

Ein vermeintliches Stück Alu-Müll entpuppt sich auf einem Acker im Nordwesten Rügens als Silbermünze. Als die Archäologen dann Mitte April 2018 eine Fläche von 400 Quadratmetern umgraben, finden sie einen spektakulären Schatz: Zahlreichen Schmuck und hunderte von Silbermünzen und Münzfragmenten. Die Münzen stammen aus England, Bayern, dem arabischen Raum aber auch aus Dortmund. Archäologen sind vor allem von den rund hundert Blauzahn-Münzen begeistert. Eine seltene und mit 0,3 Gramm Gewicht auch sehr leichte Münze.

Wohl um das Jahr 980 n. Chr. versteckt

Die Archäologen können stark eingrenzen, wann der Schatz wohl vergraben wurde: Grabungsleiter Michael Schirren vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommerns, gibt die späten 980-er an: Blauzahn selber starb 987 nach Christus. Die jüngsten Münzen des Schatzes, so genannte Otto-Adelheid-Pfennige, wurden erst ab 983 n. Chr. geprägt.

Teile des Silberschatzes von Schaprode mit gewendeltem, verschliessbarem Drahtring, Silberperlen mit Granulationsauflage, zerhacktem Silberschmuck, Thorshammeramulett und dänischen sowie ottonischen Münzen liegt auf einem Tisch.

Wer war eigentlich König Blauzahn?

Harald Blauzahn lebte von 910 bis 987 nach Christus und hat als König viel erreicht: Er einte Dänemark und brachte das Christentum nach Dänemark. Privat blieb er eher erfolglos: Bei einer Schlacht verlor er seinen Sohn Sven Gabelbart und musste fliehen. Auf der Flucht, so glauben die Historiker, könnte er seinen Reichtum nahe der Ortschaft Schaprode im Nordwesten Rügens vergraben haben.

"Bluetooth" kommt von Blauzahn

Auch wenn Blauzahn schon viele Jahrhunderte tot ist, ist er heutzutage zumindest vom Namen her wieder präsent. Der König war Namensgeber für die Funktechnologie "Bluetooth". Bis heute gilt König Blauzahn als ein geschickter Netzwerker und Diplomat – auch wenn er damit in der eigenen Familie offensichtlich scheiterte.

Bluetooth-Logo.

Neuer Besitzer des Schatzes

Königs Blauzahns Reichtümer gehören jetzt dem Land Mecklenburg-Vorpommern. Wer einen Schatz findet, muss diesen nach dem Denkmalschutzgesetz an die zuständige Denkmalbehörde oder das Denkmalpflegeamt melden. Es ist illegal, Funde zu behalten.

Die Finder des Rügener Silberschatzes sind ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger. Laien, die mit ihrem persönlichen Einsatz Archäologen bei ihrer Arbeit unterstützen.

Münzschatz auf Rügen entdeckt

WDR 5 Leonardo Top Themen | 16.04.2018 | 06:19 Min.

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Stand: 16.04.2018, 16:49