Service Gesundheit - Schlaganfall und Bluthochdruck

Ein Arzt misst bei einer Patientin den Blutdruck.

Service Gesundheit - Schlaganfall und Bluthochdruck

Von Christina Sartori

Bluthochdruck ist einer der Risikofaktoren für einen Schlaganfall. Das Motto für den Tag des Schlaganfalls am Dienstag (10.05.2016) lautet deshalb: "Mit Nachdruck gegen Hochdruck". Wie misst man den Blutdruck denn korrekt?

Bei der Messung des Blutdrucks müssen mehrere Dinge beachtet werden: Die Qualität des Messgerätes spielt eine wichtige Rolle, aber auch die Handhabung des Gerätes. Der Blutdruck verändert sich von Stunde zu Stunde und von Tag zu Tag. Außerdem kann er durch die messende Person beeinflusst werden.

Wer sollte messen?

Eine Ärztin misst den Blutdruck eines Patienten.

Der Blutdruck steigt bei der Messung oft an

Wenn ein Arztbesuch ansteht, messen Arzt oder Assistentin den Blutdruck. Sie wissen genau, wie man das machen muss. Das ist ein Vorteil. Aber es gibt auch einen Nachteil: Der Respekt vor dem Arzt lässt bei den meisten Patienten den Blutdruck steigen, so dass die ermittelten Werte nicht unbedingt dem Normalzustand entsprechen Man spricht dann auch vom sogenannten "Weißkittel-Effekt". Der Effekt ist geringer, wenn die Assistentin misst. Um einen normalen Durchschnittswert zu bekommen oder um die Wirkung von Bluthochdruckmedikamenten beurteilen zu können, kann es sinnvoll sein, dass der Patient zu Hause selber misst und die Werte protokolliert.

Wann sollte man messen?

Empfehlenswert ist es, frühmorgens nach dem Aufstehen und abends vor dem zu Bett gehen zu messen. Häufig legen Patienten allerdings nach dem Frühstück das Messgerät an. Wenn sie dann schon Blutdruckmedikamente genommen haben und diese zu wirken beginnen, wird der Effekt des Medikamentes gemessen. Da der Blutdruck auch von Tag zu Tag schwankt, sollten die Messungen eine Woche lang durchgeführt und die Ergebnisse jeweils notiert werden. Aus diesen Werten kann der Arzt dann den Durchschnittswert ermitteln.

Wie sollte man messen?

Bequem und entspannt misst es sich im Sitzen. Oberarm-Manschetten sind einfach zu bedienen. Bei Handgelenk-Manschetten muss man darauf achten, dass die Manschette auf Höhe des Herzens gehalten wird. Dazu den Ellbogen auf den Tisch aufstützen und die Hand auf einen Becher oder einen andere Gegenstand legen. Letzteres verhindert, dass der Arm zu stark gebeugt und der Blutfluss dadurch verringert wird.

Womit sollte man messen?

Nicht alle Blutdruckmessgeräte sind zuverlässig. Die Deutsche Hochdruckliga prüft Geräte und verleiht ein Prüfsiegel. Auch die Stiftung Warentest prüft regelmäßig Blutdruckgeräte. Von einer Messung per App, bei der der Finger auf das Smartphone gelegt wird, rät die Deutsche Hochdruckliga ab. Diese Art der Messung liefere keine korrekten Ergebnisse. Bei Apps, die Blutdruckdaten speichern und eventuell sogar bewerten, sind die persönlichen Daten unter Umständen nicht ausreichend geschützt. Da solche Apps in der Regel nicht wie ein Medizinprodukt geprüft wurden, sollte man sich auf keinen Fall auf solche automatischen Bewertungen verlassen, rät die Deutsche Hochdruckliga.

Redaktion:
Monika Kunze

Stand: 10.05.2016, 13:48