Mit wenig Schlaf durch den Tag kommen

Ein gähnender Mann steht vor einem Spiegel

Mit wenig Schlaf durch den Tag kommen

Oft fehlt uns einfach der Schlaf. Wollen wir zum Beispiel bei den Olympischen Spielen in Rio die Wettkämpfe verfolgen, geht das teilweise nur mitten in der Nacht. Der Schlafmangel ist vorprogrammiert. Aber auch ohne nächtliches Mitfiebern vor dem Fernseher ist der Schlaf für viele Berufsgruppen ein knappes Gut -  zum Beispiel für Bäcker, Polizisten oder Rettungssanitäter. Dr. Jaroslaw Janicki ist Schlafforscher. Er weiß, wie man auch mal mit weniger Schlaf gut über die Runden kommt.

Kann man vorschlafen?

Laut Dr. Janicki gibt es das so genannte Vorschlafen als solches nicht. Wer aber bei Olympischen Spielen die teilweise späten Wettkämpfe möglichst lange verfolgen möchte, der müsste einen potentiellen Schlafmangel aus der Vergangenheit ausgleichen. Wie wach wir eine Nacht mit wenig Schlaf durchstehen, hängt davon ab, wie viel und wie gut wir in den Nächten davor geschlafen haben.

Was hält wach, wenn man doch mal zu wenig Schlaf hatte?

Um bei Schlafmangel tagsüber durchhalten zu können, empfiehlt Dr. Jaroslaw Janicki körperliche Betätigung. Denn geistige Arbeit in reizarmer Umgebung ermüde uns schneller. Wer also die halbe Nacht schlaflos war und tagsüber einnickt, sollte zum Beispiel eine halbe Stunde spazieren gehen. Auch die klassischen Wachhalte-Mittel seien empfehlenswert: Kaffee, starker schwarzer oder grüner Tee. Dabei sei zu beachten, dass die weckende Wirkung beim Kaffee schneller sei, aber beim Tee länger anhalte.

Der Mittagsschlaf

Die Schlafdauer eines Mittagsschläfchens sollte 15 bis maximal 30 Minuten betragen. Optimal ist der Zeitraum dafür am frühen Nachmittag um 14 bis 15 Uhr, sonst besteht die Gefahr, später abends nicht einschlafen zu können. Wählen Sie einen gut belüfteten, kühlen Raum für die Ruhe-Pause. Ganz wichtig: Versuchen Sie zu entspannen und sich nicht unter Druck zu setzen. Es empfiehlt sich, einen Wecker zu stellen, um nicht zu lange zu schlafen.

Der Schlüsselschlaf

Setzen Sie sich bequem auf einen Stuhl, auf ein Sofa oder legen Sie sich hin. In einer Hand halten Sie nun einen Schlüsselbund. Nach ein paar Minuten werden sich Ihre Muskeln entspannen und der Schlüssel aus der Hand fallen. Das weckt Sie wieder auf.

Wie viel Schlaf ist nötig?

Schlaf

Im Durchschnitt braucht unser Körper etwa sieben bis acht Stunden Schlaf pro Tag.
Laut Schlafforscher Dr. Janicki hätten wir bei Schlafmangel grundsätzlich nachmittags einen größeren Schlafdruck. Etwa fünf bis sechs Stunden nach dem Wachwerden seien wir müder als direkt nach dem Aufwachen. Darauf sei übrigens auch das so genannte „Suppenkoma“ zurückzuführen, in das wir nach dem Mittagessen fallen würden.

Studie zu Psychische Folgen von Schlafentzug

Wie wichtig der Schlaf ist und zu welchen Folgen Schlafentzug führen kann, hat 2014 ein internationales Forscher-Team untersucht – darunter auch Wissenschaftler der Uni Bonn. Die Forscher haben ihre Probanden 24 Stunden lang wachgehalten und herausgefunden, dass sich deren Körper deutlich weniger vor Reizüberflutung schützen kann. Sie konnten schlechter Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden und die Sinneswahrnehmung wurde gestört.

Stand: 04.08.2016, 14:12