Krankheit als Souvenir? Nein danke!

Krankheit als Souvenir? Nein danke!

Schneekugeln, Kühlschrankmagnete und Miniaturfiguren - typische Souvenirs aus dem Urlaub. Doch es gibt Mitbringsel, die man nicht im Koffer transportiert. Die Magen-Darm-Infektion durch Salmonellen ist da noch die harmloseste Variante ...

Anopheles-Larven

"Das häufigste Mitbringsel in Sachen Krankheiten ist der Reisedurchfall", sagt Tropenmediziner Gerd-Dieter Burchard vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg. Der sei in der Regel harmlos und werde meist durch Bakterien wie Salmonellen (Foto), seltener durch Viren oder Bakterien ausgelöst. Sie können in verunreinigten Lebensmitteln und Wasser vorkommen. Symptome sind Bauchkrämpfe und Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Eher selten infizieren sich Reisende mit unangenehmen Krankheiten wie Amöbenruhr, Dengue-Fieber oder Malaria.

"Das häufigste Mitbringsel in Sachen Krankheiten ist der Reisedurchfall", sagt Tropenmediziner Gerd-Dieter Burchard vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg. Der sei in der Regel harmlos und werde meist durch Bakterien wie Salmonellen (Foto), seltener durch Viren oder Bakterien ausgelöst. Sie können in verunreinigten Lebensmitteln und Wasser vorkommen. Symptome sind Bauchkrämpfe und Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Eher selten infizieren sich Reisende mit unangenehmen Krankheiten wie Amöbenruhr, Dengue-Fieber oder Malaria.

Nur bei wenigen Krankheiten spielen Parasiten eine Rolle, also Einzeller oder kleine Würmer, die sich im sogenannten Wirt, in diesem Fall dem menschlichen Körper, einnisten, sich von ihm ernähren und dann auch schädigen. "Parasitär und gefährlich ist weiterhin die Malaria", sagt Burchard. Zwar gehe die Zahl der Malaria-Erkrankungen weltweit zurück, "aber es sterben immer noch jedes Jahr Menschen daran." Nach Angaben des Robert Koch Instituts (RKI) wird der größte Teil (95 Prozent) der Malaria-Erkrankungen derzeit von Reisenden in afrikanischen Ländern gemeldet. Hier steht Ghana ganz oben auf der Liste, gefolgt von Kamerun und Nigeria. Pakistan gilt als das wichtigste Infektionsland außerhalb Afrikas. Wesentlich geringer ist die Zahl der Reisenden, die sich in asiatischen Ländern infizieren (vier Prozent).

In den Körper des Menschen gelangt der Erreger dann durch den Stich der weiblichen Anopheles-Mücke (Foto). In den allermeisten Fällen wurde der Erreger Plasmodium falciparum diagnostiziert, der vor allem in Afrika verbreitet ist und die lebensbedrohliche Malaria tropica auslöst. Der größte Teil der Erkrankten (etwa 80 Prozent) hatte nach Angaben des RKI keinerlei Medikamente zur Prophylaxe eingenommen. "Wenn man in Hochrisiko-Gebiete fährt, sollte man unbedingt Malaria-Prophylaxe machen!", rät auch Tropenmediziner Gerd-Dieter Burchard.

Parasiten, die derzeit außerdem auftauchen, sind die sogenannten Leishmanien, die durch Sandmücken übertragen werden. Sie verursachen die Leishmaniose, die sich durch so genannte "Orientbeulen" auf der Haut äußert oder als fieberhafte Krankheit mit der Bezeichnung Kala Azar. Auch innere Organe können befallen werden. "Leishmanien spielen in der Flüchtlingsmedizin eine Rolle", erklärt Burchard. Die Erreger tauchen vor allem in Südeuropa auf. Das Robert Koch Institut registrierte bisher Fälle von Leishmanose in Deutschland, bei denen sich Reisende in Spanien, Malta, im Iran und in Syrien infiziert hatten. Eine Impfung gegen die Krankheit gibt es nicht, sie lässt sich aber mit Medikamenten behandeln.

Zu den Parasiten zählen auch Wurmkrankheiten wie Bilharziose, eine tropische Infektionskrankheit. Die Larven des Pärchenegel-Wurms (Foto) leben in Süßwasser und können durch die Haut in den menschlichen Körper eindringen. Im Körper führen die Egel zu chronischen Veränderungen an der Harnblase und im Magen-Darm-Trakt. Die Krankheit ist allerdings extrem selten.

Auch Viruserkrankungen können unangenehme Folgen haben. Zum Beispiel das Denguefieber, das in Asien, Lateinamerika und Afrika weit verbreitet ist. Es wird durch die tagaktive Tigermücke übertragen und äußerst sich mit hohem Fieber, starken Muskel- oder Knochenschmerzen und Hautausschlag. Die Zahl der Infektionen weltweit und auch die der Menschen, die sich auf Reisen infizieren, steigt kontinuierlich. Das Robert Koch Institut (RKI) geht von 29 Fällen pro 100.000 Reisenden aus Deutschland jährlich aus. Am häufigsten infizierten sich Reisende in Thailand, Indonesien und Indien. Aber auch in anderen südostasiatischen Ländern und in Brasilien und Mexiko besteht Infektionsgefahr. Eine vorbeugende Impfung gibt es nicht.

Die Hepatitis A (infektiöse Gelbsucht mit dem Virustyp A) ist eine weltweit, besonders in den Tropen, verbreitete Virusinfektion der Leber. Die typische Gelbfärbung ist am Augapfel und oft auch an heller Haut beim Erkrankten gut sichtbar. Sie ist durch den Gallenfarbstoff bedingt, den die Leber nicht ordentlich verarbeiten kann. Die Viren werden über den Darm ausgeschieden und die Infektion wird dann vom Mensch zu Mensch durch Berührung, Nahrung (z.B. infizierte Muscheln), durch infiziertes Wasser oder nichtgekochte Speisen direkt übertragen. Hepatitis A äußert sich unter anderem durch Übelkeit, Bauchschmerzen, Fieber und die beschriebene Gelbfärbung, heilt aber in der Regel nach einigen Wochen vollständig aus. Eine Impfung ist möglich.

Zu den bakteriellen Mitbringseln zählt Typhus. Die Bakterien (Foto) gelangen über verunreinigte Nahrungsmittel oder Wasser in den Körper und lösen Fieber, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Appetit- und Schlaflosigkeit aus. Weniger als 100 Typhusfälle werden in Deutschland pro Jahr registriert, fast immer werden sie von den Erkankten von einer Reise mit nach Hause gebracht. Dennoch raten Reisemediziner vor Reisen in bestimmte Länder zu einer Typhus-Impfung. Die höchste Chance, sich an Typhus zu infizieren, haben Reisende dem RKI zufolge in Indien. Mit großem Abstand folgen Pakistan, Nepal, Bangladesch, Indonesien sowie Mexiko einige weitere ostasiatische Länder.

"Generell kann man sagen, dass Krankheiten, die durch schlechte Hygiene übertragen werden, eher abnehmen", hat Tropenmediziner Gerd-Dieter Burchard beobachtet. Ein Beispiel sei die Amöbenruhr, eine Darminfektion, die durch Einzeller verursacht wird, die vor allem in verunreinigtem Wasser und Schlamm vorkommen. Amöbenruhr äußert sich unter anderem durch heftigen, lang anhaltenden Durchfall. In vielen Ländern haben sich die hygienischen Verhältnisse in den vergangenen Jahren verbessert.

Stand: 15.06.2016, 06:00 Uhr