Drei Dinge, die Menschen besser können als Roboter

Ein weißer Roboter, der sprechen kann, spricht mit einem Menschen

Drei Dinge, die Menschen besser können als Roboter

Von Annika Franck

  • Was in der Zukunft zählt.
  • Roboter reproduzieren bloß Vorhandenes.
  • Menschen punkten mit Kreativität.

Wissen anhäufen und reproduzieren – das können Roboter gut, besser als Menschen. "Im Berufsleben werden daher künftig andere Fähigkeiten eine Rolle spielen", sagt Matthias Rumpf von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Rumpf ist Sprecher des Bildungsexperten Andreas Schleicher. Dieser betont: "Es geht nicht darum, was Menschen wissen. Sondern darum, was sie mit diesem Wissen machen."

Kreativität und Emotionalität

Für die Ausbildung heutiger Schüler und künftiger Arbeitnehmer bedeutet das ein Umdenken: "Emotionale Kompetenzen und Kreativität werden eine größere Rolle spielen. Und auch die Fähigkeit, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen", sagt Matthias Rumpf.

Denn: Roboter können zwar reproduzieren und beispielsweise ein Jazz-Stück komponieren, wenn sie vorher mit ausreichend Informationen und Jazz-Stücken gefüttert worden sind. Etwas vollständig Neues entwickeln, wie Musik oder Kunst, können sie aber nicht.

Kritisches Denken

Für wichtig halten Bildungsexperten transformative Kompetenzen. Damit meinen sie Fähigkeiten wie:

  • Verantwortung übernehmen,
  • neue Werte entwickeln,
  • kritisch denken,
  • Dinge hinterfragen und
  • mit anderen Menschen vernetzen.

Was diese Dinge angeht, sind Menschen den Robotern überlegen.

Kommunikation

Kommunikation und Empathie sind weitere Stärken des Menschen, die in einer globalisierten Welt immer wichtiger werden. Menschen sind dazu fähig, sich auszutauschen und zusammenzuarbeiten, gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

PISA-Studie: Benachteiligte Schüler holen auf

WDR 5 Leonardo Top Themen 29.01.2018 05:13 Min. Verfügbar bis 28.01.2023 WDR 5


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Wie Menschen gegen Maschinen bestehen können

Jack Ma, der Gründer des Internet-Konzerns Alibaba, forderte jüngst auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, dass Kinder vor allem in Fächern wie Musik, Kunst und Sport unterrichtet werden sollten, damit sie gegen die Maschinen bestehen können.

Wäre das eine wünschenswerte Entwicklung in Deutschland? Nicht unbedingt, sagt OECD-Sprecher Matthias Rumpf. "Das ist ja nicht unbedingt eine Fächerfrage." Man könne in einem Fach wie Geschichte Zahlen auswendig lernen. Aber auch Zusammenhänge erkennen und Parallelitäten sehen.

Menschen brauchen weiterhin Wissen

Ganz ohne Wissen geht es natürlich nicht, sagt Matthias Rumpf. Ein Beispiel: programmieren. Es sei durchaus sinnvoll, gewisse Grundkenntnisse zu gewinnen – auch wenn Roboter künftig besser und schneller programmieren können als wir Menschen. "Aber man muss ja verstehen, wie man Probleme, die ein Computer hat, lösen kann. Das ist der kreative Prozess" – und diesen müsse der Mensch leisten.

Stand: 20.02.2018, 16:15